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Demnächst beginnt wieder die Ferienzeit. Besonders in die benachbarten Länder fahren Deutsche gerne mit dem Auto. Wer keine bösen Überraschungen erleben möchte, sollte sich gerade im Ausland an die Regeln im Straßenverkehr halten, denn im Vergleich zu Deutschland sind die Bußgelder dort oft um ein Vielfaches höher.

Die Vorfreude auf den Urlaub ist riesig, schnell noch alle Sachen ins Auto gepackt, Familie oder Freunde eingeladen und ab nach Holland an die Nordsee. Doch kaum hat man die Grenze hinter sich gelassen, droht bereits Ärger: Man ist nur ein paar Stundenkilometer zu schnell unterwegs und schon schnappt die Blitzfalle zu. Den Start in den Urlaub hat man sich jedenfalls anders vorgestellt.

Besonders hohe Strafen

Das Beispiel ist keine Seltenheit: Während auf deutschen Autobahnen gerade in den ländlichen Grenzregionen kein Tempolimit herrscht, sind in den Niederlanden maximal 130 km/h erlaubt. Auf rund der Hälfte aller Autobahnen gilt aktuell sogar eine Höchstgeschwindigkeit von 100 oder 120 km/h. Besonders ärgerlich dabei ist, dass die Bußgelder sehr schnell in Höhen steigen, die der Urlaubskasse empfindlich wehtun. Wer in den Niederlanden bereits 20 km/h zu schnell fährt, muss mit einer Strafe von mindestens 165 Euro rechnen. Die Schweiz verlangt genauso viel, Italien sogar 5 Euro mehr.

Damit liegen die Länder europaweit sogar nur an dritter Stelle hinter Norwegen, wo für ein vergleichbares Vergehen sage und schreibe 420 Euro fällig werden und auch hinter Schweden, wo das Rasen 270 Euro kostet. Zum Vergleich: In Deutschland kostet der Verstoß maximal 35 Euro.

Für das Überfahren einer roten Ampel muss man in den Niederlanden übrigens noch tiefer in die Tasche greifen: 230 Euro kostet das zweifelhafte Vergnügen, in Norwegen ist man sogar mit 600 Euro dabei. Auch Griechenland bittet hier ordentlich zur Kasse: 500 Euro – für den gleichen Preis gibt es mittlerweile sogar eine Woche All Inclusive Urlaub auf Kreta oder Korfu. Der ADAC gibt einen guten Überblick über die Höhe der Bußgelder im Ausland (Stand: 30.3.2017).Übersicht zum Bußgeld im Ausland: Wo zahlt man wie viel?

Bußgeldbescheide aus dem Ausland

Wer bei Verkehrsdelikten allerdings nicht direkt von der Polizei angehalten wird, kommt eventuell mit einem blauen Auge davon. Seit sieben Jahren gilt in Deutschland zwar ein Rahmenbeschluss der Europäischen Union, wonach ab einer Bagatellgrenze von 70 Euro ausländische Geldstrafen und -bußen in Deutschland vollstreckt werden können, doch die meisten Länder machen davon keinen Gebrauch. In der Regel bleibt der Autofahrer also verschont. Doch allzu sicher sollten sich die Urlauber nicht sein: Wer vorhat, seinen Urlaub erneut in einem Land zu verbringen, in dem er als Verkehrssünder erwischt wurde, muss bei einer offenen Geldbuße mit weiteren Konsequenzen rechnen.

Auch bei den mittlerweile fast in ganz Europa fälligen Mautgebühren  kann es zu Problemen kommen. Wer zum Beispiel in Österreich ohne das so genannte „Pickerl“, die österreichische Maut-Vignette, angetroffen wird, muss 120 Euro Strafe zahlen. In Italien ist es dagegen eigentlich unmöglich, auf eine Autobahn zu fahren, ohne die Maut in bar oder per Karte zu bezahlen. Es kann aber sein, dass Automaten defekt sind, Kreditkarten nicht akzeptiert werden oder die Mautposten streiken. In diesem Fall kann es sein, dass Autofahrer Post von einer Inkassofirma bekommen, die sie auffordert, die fällige Maut plus der entstandenen Mahngebühren zu zahlen.

Da es sich dabei um eine zivilrechtliche Forderung handelt, kann sie auch im Ausland vollstreckt werden. Autofahrer sollten die Schreiben daher nicht ignorieren, auch wenn sie die Maut bezahlt haben bzw. technische Probleme dafür verantwortlich waren und in jedem Fall einen Anwalt kontaktieren. In der Regel kommt man um eine Nachzahlung herum.

Teure Ausnahmen und spezielle Gesetze

Doch nicht nur häufig vorkommende Delikte wie Geschwindigkeitsüberschreitungen oder das Überfahren einer roten Ampel ziehen empfindliche Strafen nach sich, auch das Telefonieren am Steuer mit dem Handy kostet unnötig Geld und Nerven. Während in Deutschland „lediglich“ 60 Euro fällig werden, berechnet die Niederlande den vierfachen Betrag. In Estland ist man gar mit 400 Euro dabei.

Und je nach Land gibt es unterschiedliche “Highlights”: Wer sich in Großbritannien nicht anschnallt, muss bis zu 650 Euro bezahlen und wer in Estland falsch überholt, bis zu 400 Euro. In Slowenien droht sogar das Gefängnis, wenn sich Autofahrer weigern, das fällige Bußgeld zu bezahlen. Und in Schottland, dem Land der Whisky-Distillerien, hat der Gesetzgeber eine besondere Überraschung parat: Wer beim Pusten in das Röhrchen mehr als 0,5 Promille aufweist, muss mit einer Strafe von bis zu 6.600 Euro rechnen.

Um unliebsame Überraschungen zu meiden, sollten sich Autofahrer daher vor der Reise darüber informieren, in welchen Ländern es neben den besonders harte Sanktionen oder auch spezielle Regeln und Gesetze gibt, die hierzulande unbekannt sind.

Allgemein gilt: Wer im Ausland unterwegs ist, muss bei Verstößen im Straßenverkehr in der Regel mit wesentlich höheren Geldstrafen rechnen als in Deutschland – das Geld sollte man sich lieber für ein gutes Essen oder für besondere Souvenirs aufsparen.