© Alexander Raths - AdobeStock

Obwohl sie in der EU sind, haben neun Mitgliedsstaaten den Euro bislang noch nicht eingeführt. Wer in eines dieser Länder reisen möchte, sollte sich daher vor Urlaubsbeginn rechtzeitig über Währung, Wechselkurse und andere Besonderheiten informieren.

Neun der insgesamt 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben immer noch eine eigene Währung. Während Länder wie Polen oder Tschechien ihre stabilen Währungen beibehalten wollen, scheitert die Einführung des Euro in Bulgarien oder Rumänien vor allem an der hohen Inflationsrate. Noch anders sieht es in Dänemark und Schweden aus. In den beiden skandinavischen Ländern spielt die Diskussion um die Währung nur noch eine untergeordnete Rolle, da man hier mit Hochdruck an der Abschaffung des Bargelds arbeitet. Hier spielt der Wechselkurs oft nur noch auf der Abrechnung des Kontos oder der Kreditkarte eine Rolle.

Unsere Tipps fürs Bezahlen in Nicht-Euro-Länder
  1. 1. Schweden: Die Krone bleibt, das Bargeld geht

    Schweden hat sich zwar vertraglich verpflichtet, den Euro einzuführen, einen festen Zeitpunkt gibt es allerdings nicht. Da im bevölkerungsreichsten Land Skandinaviens mittlerweile fast der komplette Zahlungsverkehr bargeldlos abgewickelt wird, lohnt es für Reisende nicht, allzu viel Geld vor dem Urlaub umzutauschen. Umgerechnet 50 Euro pro Person genügen, um für den Notfall gerüstet zu sein.

  2. 2. Dänemark: Stabiler Wechselkurs

    Ähnlich wie in Schweden sieht es beim Nachbarn Dänemark aus. Auch dort hält man derzeit noch an der Dänischen Krone fest und versucht gleichzeitig, das Bargeld schrittweise abzuschaffen. Allerdings nimmt Dänemark aktuell als einziges Land am Europäischen Wechselkursmechanismus teil. Dieser sorgt dafür, dass der Wechselkurs zum Euro relativ konstant bleibt.

  3. 3. Polen: Wirtschaft denkt europäisch, Regierung national

    Auch wenn die Wirtschaft ihre internationalen Geschäfte mittlerweile hauptsächlich in Euro abwickelt, setzt die Regierung des zweitgrößten Landes der EU weiter auf den recht stabilen Zloty. In Polen an Bargeld zu kommen ist einfach. In den Metropolen gibt es an fast jeder Ecke Automaten, die häufig auch einen Service in deutscher Sprache anbieten. Die Gebühren sind gering und der Kurs ist besser als in den Wechselstuben. Inzwischen ist es auch in fast allen Geschäften und Restaurants üblich, mit den gängigen Kreditkarten zu bezahlen.

  4. 4. Tschechien: Stabile Krone verhindert Euro

    Polens Nachbar Tschechien hatte ursprünglich vor, spätestens im Jahr 2020 den Euro einzuführen. Doch vorerst setzt die Regierung weiter auf die Tschechische Krone, die mittlerweile zu den stabilsten Währungen der Welt gehört. Ansonsten gilt auch hier: So viel Bargeld wie nötig, so wenig wie möglich mitnehmen, da man fast überall recht günstig Bargeld abheben oder mit Karte bezahlen kann.

  5. 5. Kroatien: Urlaubsregion mit einer Schwäche für den Euro

    Kroatien hält weiter an der Kuna fest, allerdings werden in den Großstädten und touristischen Zentren die Preise zunehmend auch in Euro ausgeschrieben. Wer in abgelegenen Gegenden ein Zimmer sucht oder beim Metzger, Bäcker oder Gemüsehändler einkaufen möchte, sollte sich allerdings nicht darauf verlassen, mit dem Euro oder mit der Kreditkarte durchzukommen. Hier ist die Landeswährung nach wie vor alleiniges Zahlungsmittel – am liebsten in bar.

  6. 6. Bulgarien und Rumänien: Inflation und schwankende Kurse

    Obwohl Bulgarien und Rumänien den Euro wollen, bleibt die Europäische Zentralbank skeptisch. Inflation und Korruption sorgen für schwankende Kurse bei Leu und Lew. Wer in diese Länder reist, sollte den Wechselkurse immer im Blick haben. Da auch die Infrastruktur bei weitem nicht so gut ist, wie in anderen europäischen Ländern, lohnt es sich, hier etwas mehr Bargeld dabei zu haben.

  7. 7. Ungarn: Schwacher Forint wertet Euro auf

    Die rechtskonservative Regierung unter Ministerpräsident Orban möchte am Forint als Symbol der nationalen Unabhängigkeit festhalten, obwohl die ungarische Währung im Juni ein Rekordtief erreicht hat. Die Bevölkerung hat bereits reagiert: In Budapest kann man mittlerweile in vielen Geschäften, Restaurants und Bars mit dem Euro zahlen. Auch die gängigen Kreditkarten werden akzeptiert. Auf dem Land sollte man aber immer genug Geld in der Landeswährung dabei haben.

  8. 8. Großbritannien: Brexit sichert den Pfund

    Nach dem Brexit dürfte die Einführung des Euro in Großbritannien vom Tisch sein. Wer seinen Urlaub auf der Insel verbringt, fährt also weiterhin auf der linken Seite, isst Sausages, Black Pudding und Baked Beans zum Frühstück, trinkt im Pub seine Pints und zahlt mit Pfund Sterling.

Sie fahren in eines dieser Urlaubsländer?

Normalerweise reicht es, nur geringe Beträge mitzunehmen, um ausreichend Geld für ein Taxi, einen Imbiss oder den Hotelpagen zur Hand zu haben. Den Rest können Sie im Urlaubsland abheben. Fragen Sie in Ihrer Filiale rechtzeitig nach der gewünschten Auslandswährung, da diese nicht immer vorrätig ist. Das Geld kann aber in Regel innerhalb weniger Werktage beschafft werden.

Bei manchen Kreditkarten, wie der Premium-Karte und der Gold-Karte der TARGOBANK gibt es die Funktion „Gratis-Cash“, mit der beliebig viele Bargeldauszahlungen im Ausland gebührenfrei sind. Die Automaten bieten oft den Service „Abrechnung in Euro“ an. Der Versuchung sollten Sie allerdings unbedingt widerstehen, da der Wechselkurs oft deutlich ungünstiger ist. In den meisten Ländern können Sie allerdings auch problemlos mit der Kreditkarte bezahlen.

Achten Sie stets darauf, nicht zu viel Bares dabei zu haben, um nicht Opfer von Taschendieben oder Trickbetrügern zu werden. Wenn am Ende des Urlaubs Bargeld in fremder Währung übrig bleibt, lohnt ein Rücktausch aufgrund des Wechselkurses und der Gebühren meistens nicht. Auch deshalb empfiehlt es sich, beim Umtausch knapp zu kalkulieren.

In manchen Ländern wie Kroatien oder Ungarn hat sich der Euro als eine Art zweite Währung etabliert. In Metropolen und touristischen Zentren werden Preise daher zunehmend auch in Euro ausgeschrieben. Falls Sie in Euro zahlen wollen, sollten Sie immer den aktuellen Wechselkurs im Blick haben. Oft fährt man in der Landeswährung wesentlich günstiger.