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Carina Linke alias An Lin (Jg. 1984) hatte schon immer zwei große Leidenschaften: Japan und Schreiben. Und es ist ihr tatsächlich gelungen, beide unter einen Traumhut zu bekommen. Im Juli 2015 hat sie das Buch schreiben wahr gemacht und ihren ersten Japan-Roman „Liebe und Zorn – im Bann der Shinto-Götter“ herausgebracht. Zwei Bücher sind diesem bereits gefolgt und zwei weitere Manuskripte stehen kurz vor der Veröffentlichung. Ein beeindruckender kreativer Output! Wie sie überhaupt zum Schreiben gekommen ist und wie sie ihr Traumprojekt „Buch schreiben“ angepackt hat? Fragen wir die Autorin doch einmal selbst …

Carina, woher kommt denn eigentlich deine Leidenschaft für Japan?

Ich bin schon seit über 15 Jahren großer Manga-Fan. Mir gefällt der Erzählstil in japanischen Comics und Zeichentrickfilmen sehr – diese Mischung aus langsamem Erzähltempo und ulkigem Expressionismus. Diesen Erzählstil wollte ich gerne auf meine eigenen Geschichten übertragen und ein Buch schreiben. Darum fing ich an, mich mit der japanischen Kultur zu beschäftigen, durch das Land zu reisen und die Sprache zu lernen.

Und die Leidenschaft fürs Schreiben?

Die ist sogar noch älter. Es fing schon in der Grundschule an. Sobald ich in der Lage war, Buchstaben sinnvoll aneinanderzureihen, gab es für meine Schreibwut kein Halten mehr. Ich fand es toll, im Deutschunterricht Aufsätze zu schreiben und setzte mich zu Hause an den Schreibtisch, um meine eigenen Kurzgeschichten zu verfassen. Irgendwann wollte ich dann mehr – ich wollte ein richtiges Buch schreiben, ganze Romane am besten.

Präsentation zweier Japan-Romane – Autorin Carina Linke nach dem Buch schreiben

Wie lange hat es gedauert vom ersten Wunsch, ein Buch zu schreiben, bis zum ernsthaften Anfang?

Das ist im Nachhinein schwer zu sagen. Aber dazwischen lagen auf jeden Fall mehrere Jahre. Mit zarten 14 Jahren habe ich den ersten Versuch gestartet.

Was war für dich dabei die größte Herausforderung?

Ich musste erst einmal vieles über das Handwerk „Wie schreibe ich ein Buch?“ lernen. Wie ist ein Handlungsstrang aufgebaut? Wie viele Figuren sollte die Geschichte haben? Welcher Schreibstil passt am besten? Will ich chronologisch erzählen? Das kann man nicht an einem Tag herausfinden. Dafür muss man vor allem erst einmal viele andere Romane lesen.

Hat dich dein Umfeld unterstützt und motiviert?

Meine Eltern haben sich schon etwas darüber gewundert, dass ich als Jugendliche viel mehr Zeit vor dem Computer verbracht habe als bei Freunden, in Einkaufspassagen – oder überhaupt mal an der frischen Luft. Mir war es eben wichtiger, mich mit dem Schreibhandwerk zu beschäftigen. Aber sie haben mir vertraut und mich einfach mal machen und mein Buch schreiben lassen.

Wie lange hast du an deinem ersten Roman geschrieben?

Für den ersten Roman habe ich mehrere Jahre gebraucht. Vor allem musste ich erst einmal meinen ganz eigenen Stil finden.

Hast du zwischendrin einmal Zweifel gehabt oder warst sogar kurz vorm Aufgeben?

Ja. Die vielen Selbstzweifel waren einer der Gründe dafür, warum der erste Roman mehrere Jahre gebraucht hat. Immer wieder habe ich mich gefragt, ob ich wirklich gut schreiben kann und ob das überhaupt jemand lesen will. Das passiert mir auch heute noch manchmal.

Was hilft dir in diesen „Krisen“ am meisten?

Mein Freund ist der perfekte Gegenpol zu mir – ich bin die pessimistische und melancholische Künstlerin und er ist eine optimistische Frohnatur. Er kennt meine Momente des Selbstzweifels gut und weiß immer genau, was er sagen muss, damit ich mich wieder besser fühle und dann doch an meinem Buch weiterschreibe.

Wie bekommst du deinen Job und deine Schreibleidenschaft unter einen Hut?

Ich gehöre zu der Sorte Autor, die einen Roman bis ins kleinste Detail durchplant und sich dann ein Pensum vornimmt. Dieses Pensum erledige ich gerne früh morgens vor allen anderen Dingen. Meistens klappt es auch. Das wundert mich manchmal selbst.

Du hast ja schon mehrere Werke nachgelegt. Bist du jetzt richtig „angefixt“?

Ja, das könnte man so sagen. Nach dem ersten Roman habe ich die nächsten beiden Bücher schneller geschrieben. Inzwischen habe ich sogar schon zwei weitere Romane fertig und verhandle gerade mit einem Publikumsverlag.

Würdest du irgendwann ganz zum Autorendasein wechseln?

Im Moment studiere ich Geschichte und Literatur. Dafür habe ich meinen Job gekündigt, weil er mich nicht mehr richtig glücklich gemacht hat und ich schon immer davon geträumt habe, mal in einem Verlag zu arbeiten. Und tatsächlich arbeite ich seit letztem Monat freiberuflich für einen Verlag, der mich nach dem Studium fest anstellen möchte. Bücher schreiben und in einem Verlag zu arbeiten – das sind zwei große Träume von mir, die ich mir nun beide erfüllt habe.

Könntest du dir auch vorstellen, nach Japan auszuwandern?

Eigentlich bin ich in Deutschland glücklich und hänge auch an meinem Freundeskreis. Allerdings meinte mein Freund mal zu mir, dass er mir nach Japan folgen würde. Der soll mich mal nicht auf dumme Gedanken bringen!

Wie findet man heraus, ob man wirklich Talent zum Buch schreiben hat?

Mittlerweile gibt es viele Plattformen, um seine Geschichten im Internet einer großen Menge an Leseratten zugänglich zu machen. Einige solcher Plattformen werden sogar von Verlagen betrieben, zum Beispiel Lyx Storyboard von Egmont oder neobooks von Droemer Knaur. Dort können Nachwuchsautoren also einmal die Reaktionen der Leser abwarten – und mit etwas Glück wird man sogar von Lektoren entdeckt.

War es schwierig, einen Verlag zu finden?

Ich würde lügen, wenn ich Nein sagen würde. Ich habe zunächst einmal einige Absagen kassiert, ehe es das erste Mal geklappt hat. Irgendwann aber habe ich es geschafft: Ich hatte meinen ersten Vertrag von einem Kleinverlag in der Tasche. Und bald darauf flatterte der erste Vertrag von einem großen Publikumsverlag ins Haus.

Was würdest du einem ambitionierten Jungautor sagen, der sich nicht so recht traut, den ersten Schritt zu wagen und ein Buch zu schreiben?

Was den ersten Schritt beim Buch schreiben angeht: Ich denke, niemand muss beim ersten Durchgang sofort perfekte Zeilen schreiben. Meistens ist es das Beste, wenn man einfach erst einmal irgendetwas aufschreibt, das die Handlung vorantreibt. Ausbessern kann man hinterher immer noch. Also einfach mal loslegen.

Carina meint: „Was den ersten Schritt bei der Bewerbung angeht: Viele Menschen versuchen sich im Schreiben und schicken einfach mal etwas an einen Verlag – oder gleich an zwanzig verschiedene. Man sollte sich also dessen bewusst sein, dass es reichlich Konkurrenz gibt. Aber man darf sich nicht davon abschrecken lassen. Ich lebe nach der Devise: Jetzt erst recht! Wer das Schreiben wirklich liebt und schon mal mit einem originellen und fehlerfreien Manuskript aus der Masse heraussticht, sollte seine Chance unbedingt nutzen und es einem Verlag zeigen. Heute gibt es für den Traum vom eigenen Buch schreiben übrigens viele Wege – mit oder ohne Verlag.“

Vielen Dank für das Interview, Carina!