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Wer kennt sie nicht? Die endlos lange To-do-Liste gefüllt mit dringlichen Aufgaben, wichtigen Terminen und engen Fristen. Kaum ist eine Pflicht geschafft, stehen schon die nächsten unerledigten Aufgaben in den Startlöchern, um sich einen Platz in unserem Terminkalender und unserem schlechten Gewissen zu sichern. Tipps für ein besseres Zeitmanagement und dem effektivem Treffen von Entscheidungen gibt es viele. Aber welche Strategie kann uns tatsächlich helfen, die ansteigenden Anforderungen des Alltags erfolgreich zu meistern?

Wie Sie Ihre täglichen Aufgaben besser in den Griff kriegen

Termine, Termine, Termine…

Eine schwierige Herausforderung des Alltags ist es, ganz unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden. Unsere Wünsche und Bedürfnisse sind vielfältig und reichen vom Erfolg im Job über die Verbundenheit zu anderen Menschen bis hin zur Selbstverwirklichung. Zur Bewältigung dieser verschiedenen Anforderungen stehen allerdings nur begrenzte Ressourcen zur Verfügung. Um dauerhaften Stress und Unzufriedenheit zu vermeiden, müssen wir unsere Zeit und Energie einteilen, effektiv planen und die richtigen Entscheidungen treffen.

Wie es Menschen gelingen kann, die Anforderungen des täglichen Lebens effektiv zu bewältigen, haben Gabriele Oettingen und ihre Kollegen in einer empirischen Studie untersucht. Als Teilnehmer wählten die Forscher Manager der mittleren Führungsebene unterschiedlicher Krankenhäuser – ein Beruf, der besonders stark von einem hohen Arbeitspensum und Zeitdruck geprägt ist.

Was hilft?

Der wohl weitverbreitetste Tipp, den wir zu hören bekommen, wenn es um die Bewältigung der täglichen Anforderungen geht, ist die Aussage: „Denk positiv! Dann klappt das schon.“ Die Wissenschaftler gingen davon aus, dass diese einfache Gleichung nicht aufgeht. Sie stellten die folgende Annahme auf: Positives Schwelgen in der Zukunft reicht nicht aus, um die Anforderungen des Alltags erfolgreich in den Griff zu bekommen. Kombinieren Personen jedoch die erwünschte Zukunft mit den Hindernissen der Realität, die der Erfüllung ihrer Wünsche im Wege stehen, sollten sie die täglichen Herausforderungen besser bewältigen können – diese Strategie wird auch als mentales Kontrastieren bezeichnet.

Die Studie

Zur Überprüfung dieser Annahme wurde die eine Hälfte der Teilnehmer zwei Wochen lang instruiert, in ihren Wünschen zu schwelgen, während die andere Hälfte der Teilnehmer die erwünschte Zukunft mit der Realität kontrastierte. Um die unterschiedlichen Strategien kennenzulernen, gaben die Teilnehmer zunächst ihr wichtigstes, persönliches Anliegen an. Als Anliegen wurden beispielsweise „Konflikt mit einem Mitarbeiter lösen“ oder „einen Bericht schreiben“ genannt. Während die eine Gruppe nun gebeten wurde, sich die erwünschte Zukunft auszumalen, reflektierten die anderen Teilnehmer sowohl die erwünschte Zukunft als auch die Hindernisse der Realität.

Um die jeweilige Strategie noch besser zu verinnerlichen, nannten die Teilnehmer anschließend so viele berufliche und private Anliegen wie möglich. Die Teilnehmer wiederholten für die ersten sechs Anliegen die erlernte Technik: das Schwelgen in der erwünschten Zukunft oder die mentale Kontrastierung von erwünschter Zukunft mit den Hindernissen der Realität.

Abschließend erhielten die Teilnehmer noch ein Aufgabenheft und wurden gebeten, in den folgenden zwei Wochen täglich ihr dringlichstes Anliegen aufzuschreiben und die erlernte Strategie schriftlich durchzuführen. Weitere Probleme oder Projekte sollten gedanklich entsprechend der erlernten Strategie elaboriert werden, wenn immer die Personen dafür Zeit hatten, wie beispielsweise beim Warten auf den Bus.

Erfolgreich durch den Alltag mit mentaler Kontrastierung

Nach zwei Wochen wurden die Teilnehmer erneut kontaktiert. Mentales Kontrastieren führte im Gegensatz zum Schwelgen dazu, dass die Manager ihren Alltag besser bewältigen konnten. Personen, die mental kontrastiert hatten,

  • teilten ihre Zeit besser ein
  • stellten mehr Aufgaben fertig
  • lösten sich von mehr Aufgaben
  • konnten leichter Entscheidungen treffen

Mentales Kontrastieren führte dazu, dass die Manager ihre unterschiedlichen Projekte selbst erfolgreich organisierten. Durch eine realistische Planung konnten die eigenen Ressourcen sinnvoll eingesetzt und die vielfältigen Aufgaben bewältigt werden. Probieren Sie die einfache Strategie doch selbst einmal aus, um erfolgreich die Anforderungen Ihres Alltags zu meistern!

Quellen:

Mehr zu mentaler Kontrastierung unter www.woopmylife.de.

Abstract zur Studie: Managing the demands of everyday life:
http://psycnet.apa.org/journals/prs/9/3/138/

Logo der Universität HamburgDieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Frau Prof. Dr. Oettingen entstanden. Frau  Professor Dr. Gabriele Oettingen ist Professorin für Psychologie an der Universität Hamburg und an der New York University. Ihre Forschung befasst sich mit Zukunftsdenken und Selbstregulation.
Ihr Buch „Die Psychologie des Gelingens“ erschien am 1. September 2015.