Kamin statt Tresor

Geld „aus dem Fenster werfen“ war gestern. Wer heute Verschwendung anprangern möchte, spricht gern davon, Geld „zu verbrennen“. Das betont die Absurdität dieser Handlung noch stärker. Absurd? Ja – aber keineswegs irreal! Ein Rentnerehepaar aus Nordhessen hat gezeigt, wie leicht so etwas geschehen kann: Um seine Frau mit einem neuen Segelboot zu überraschen, versteckte der Rentner die für den Bootskauf gedachten 44.000 Euro in bar im häuslichen Kamin. Wegen eines plötzlichen Kälteeinbruchs fachte die Ehefrau den Kamin an, während ihr Mann mit dem Hund spazieren war. Alle Rettungsversuche waren vergeblich. Das Geld war restlos verbrannt, und es wurde auch nicht von der Versicherung ersetzt.

Geld stinkt doch!

Auch die völlig unerwartete Haltbarkeit von Banknoten kann sich als tückisch erweisen. So tauchten Anfang der 2000er Jahre in Sammlerkreisen lauter 200- und 500-DDR-Mark-Geldscheine auf, die zu Zeiten der DDR eigentlich gar nicht im Umlauf waren und von denen man annahm, dass sie längst vernichtet worden seien. Tatsächlich handelte es sich um eine Riesenmenge von Geldscheinen, die – mit Buttersäure und Sand überschüttet – in einem Stollen verrotten hätten sollen. Doch in dieser Hinsicht erwies sich die DDR-Mark als ausgesprochen stabil und hielt dem geplanten Zersetzungsprozess jahrelang stand. Zwei junge Männer entdeckten das Depot und wollten damit Kasse machen. Aufgeflogen sind sie durch den penetranten Gestank der Buttersäure, der allen Banknoten anhaftete. Inzwischen sind die hartnäckigen Geldscheine in einer Müllverbrennungsanlage in Rauch aufgegangen.

Tierischer Ärger

Als hätte die neue Fünf-Pfund-Banknote der Briten aufgrund ihres Kunststoff-Materials nicht schon genug Aufmerksamkeit erregt, erntete die Notenbank nun sogar heftige Proteste: Offenbar enthält der Kunststoff auch eine Spur von Talg, also tierisches Fett. Die Nachricht alarmierte britischen Vegetarier und Veganer: Eine Online-Petition sammelte innerhalb weniger Wochen mehr als 130.000 Unterschriften zur Abschaffung der neuen Banknote. Ein veganes Restaurant in London weigert sich sogar, den Fünf-Pfund-Schein von seinen Gästen als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Die Notenbank und die Herstellerfirma der Banknoten wollen nun einen Ersatzstoff finden. Doch bis dahin dürfte noch reichlich Wasser die Themse hinab fließen. Vielleicht sollten die englischen Ausgabestellen die Fünf-Pfund-Noten besser in Schottland beziehen: Die Scheine, die dort im Umlauf sind, gelten offiziell als frei von tierischen Produkten.

Rucksack statt Geldbörse

Die 100 Bolívares-Note war aufgrund einer Inflationsrate von teilweise 475 Prozent zuletzt lediglich 2,4 Eurocent wert. ©Piotr Pawinski – Fotolia.com

Dass eine hohe Inflation, also der Verlust an Kaufkraft, den Wohlstand einer ganzen Volkswirtschaft gefährdet, ist allgemein bekannt. Doch neben diesem existenziellen Problem birgt eine schnell voranschreitenden Inflation (Hyperinflation) auch ganz praktische Schwierigkeiten: So musste man in Venezuela bis vor kurzem noch mit einem Rucksack voller Geld unterwegs sein, um eine normale Restaurant-Rechnung bar zu bezahlen. Der größte Geldschein, die 100 Bolívares-Note war aufgrund einer Inflationsrate von teilweise 475 Prozent zuletzt lediglich 2,4 Eurocent wert. Der Plan der Regierung auf Banknoten mit niedrigem Nennwert zu setzen, um nicht den Anschein von Inflation zu erwecken, war somit gescheitert. Seit Jahresende 2016 gibt es nun auch Banknoten mit den Nennwerten 500, 1000, 2000, 5000, 10.000 und 20.000 Bolívares. Gleichzeitig soll der nahezu wertlose Hunderter verschwinden. Einen Vorteil hat die bisherige 100 Bolivares-Note allerdings doch: In einen Geldtransporter passte bisher maximal der Gegenwert von rund 15.000 Dollar – kein lohnenswertes Ziel für Überfälle.

Mission impossible

Damit ihre Spendenaktion für ein Umweltprojekt so richtig in Schwung kommt, wollte eine engagierte Schulklasse einige Euroschein-Motive auf ein selbstgemachtes Poster drucken. Schon beim Einscannen der Banknoten verweigerte das vermeintlich beste und neueste verfügbare Gerät schlicht den Dienst. Mit einem sehr viel älteren Scanner aus einem Privathaushalt konnten die Schüler zwar digitale Abbilder von den Geldscheinen erstellen, aber keiner der Farbdrucker gab nach dem Druckbefehl einen Mucks von sich. Und das lag weder an leerem Toner noch an einem Papierstau. Der Grund: Moderne Scanner, Kopierer, Bildbearbeitungsprogramme und Drucker erkennen auf Euro-Banknoten automatisch eine bestimmte geometrische Figur aus fünf farbigen Punkten – „EURion Konstellation“ genannt – und verweigern daraufhin den Dienst. Geldscheine zu kopieren, ist aber ohnehin keine gute Idee: Nicht nur, dass es in guter Wiedergabequalität unmöglich ist – vor allem ist es streng verboten!