Bei Familie Wagner am Vorabend des Urlaubs: Die Koffer sind gepackt, die Tickets liegen bereit. Stolz präsentiert Andreas Wagner ein Bündel bunter Geldscheine einer Währung, die Ehefrau Yvonne noch nie gesehen hat. Der Papierfächer sieht nicht nur ungewöhnlich, er sieht nach „richtig viel“ aus: „Das ist unsere Urlaubskasse für drei Wochen – alles schon in trockenen Tüchern!“ Yvonne Wagner versucht zu lächeln, doch ihr kräuselt sich die Stirn: „So viel Bargeld? Hast Du mal an Taschendiebe gedacht?!“

Auf der sicheren Seite möchte jeder mit seiner Reisekasse sein – aber Sicherheit hat mehrere Aspekte: Sicherheit vor Verlust und Diebstahl, die Sicherheit in allen Situationen „flüssig“ zu sein – bis hin zur Sicherheit, keine unnötigen Gebühren oder ungünstigen Wechselkurse hinnehmen zu müssen.

Zu Hause bereits bündelweise Fremdwährung zu tauschen und ins Reiseland mitzunehmen, ist in doppelter Hinsicht keine gute Idee: Tatsächlich ist die Gefahr, Opfer von Taschendieben oder Trickbetrügern zu werden, umso höher, je mehr Bares man mit sich führt. Außerdem gilt die Faustregel: Günstiger tauscht man Bargeld im Reiseland selbst. Daher sollte man zu Hause allenfalls ein kleines Taschengeld in der Fremdwährung besorgen und mit auf die Reise nehmen. Empfehlenswert für den Urlaubsstart ist ein Betrag, der auf jeden Fall für einen Imbiss, eine Taxifahrt und einen Museumseintritt reicht. Je nach Reiseland kann es auch sinnvoll sein, einige Euro in bar dabeizuhaben.

Top-5-Urlaubstipps

Mit Karten den Löwenanteil absichern

Grundsätzlich sollten Karten den Löwenanteil der Urlaubsliquidität absichern. Dabei will jeder Urlauber vor Reiseantritt natürlich sichergehen: Habe ich für mein Urlaubsland überhaupt die richtige Karte?

Da wäre zunächst die girocard, die frühere ec-Karte, die es entweder mit „Maestro“-Logo oder mit dem blauen „V PAY“- Zeichen gibt, wie im Fall von Yvonne Wagner. In Europa kann Frau Wagner – und natürlich alle anderen Inhaber einer solchen Karte – an fast 400.000 Geldautomaten mit dem V PAY-System Bargeld abheben.

Einen noch größeren, praktisch globalen Aktionsradius genießt man mit Kreditkarten. Sie sollten deshalb nie im Reisekassen-Mix fehlen. Mehrere Millionen Akzeptanzstellen gibt es weltweit für Kreditkarten. Das gilt sowohl für das Abheben von Bargeld am Automaten als auch für das Bezahlen vor Ort: Wenn man zum Beispiel in ein Hotel eincheckt oder einen Mietwagen abholen will, muss man in der Regel eine Kreditkarte als Sicherheit vorlegen.

Bei manchen Kreditkarten, wie der Premium-Karte und der Gold-Karte der TARGOBANK gibt es die Funktion „gratis cash“, mit der sich im Ausland beliebig oft gebührenfrei Bargeld abheben lässt. Doch dies gilt nicht für jede Kreditkarte. Vor allem bei der Sicherheit ist man mit der Kreditkarte gut beraten. Bei Verlust, Diebstahl oder Missbrauch besteht bei sofortiger Sperrung der Karte nämlich in der Regel keine Kundenhaftung. Es ist auch im Urlaub eine gute Idee, die Nummer seiner Hausbank griffbereit zu haben, damit man im Notfall schnell die Karte sperren lassen kann. Alternativ kann man sich an den kostenfreien Sperrnotruf unter 116 116 wenden bzw. die kostenpflichtige Telefonnummer +49 116 116 aus dem Ausland.

„Abrechnung in Euro“ – besser nicht

Christian Scholz, Bereichsleiter Karten

„Ganz gleich, ob man mit der girocard oder der Kreditkarte im Geschäft bezahlt oder Bargeld abhebt: Der Versuchung, wenn der Automat eine „Abrechnung in Euro“ anbietet, sollte man unbedingt widerstehen!“, rät Christian Scholz, Bereichsleiter Karten bei der TARGOBANK. „Der Wechselkurs, der bei dieser Option zugrunde gelegt wird, ist in der Regel bedeutend ungünstiger, als wenn man die Abhebung in der Landeswährung berechnen lässt. Je nach abgehobenem Betrag kann man hier auf einen Schlag 20, 30 oder noch mehr Euro zu viel bezahlen.“

Zumindest diesem Risiko ist Andreas Wagner durch sein Geldscheinbündel aus dem Weg gegangen – und seine Frau hat ihn davon überzeugen können, den größten Teil seines Bargeld-Schatzes sicher im Hotelsafe zu deponieren.