In diesen Tagen, rufen Kirchen, Hilfsorganisationen, Radio und Fernsehen wieder zum Spenden auf. Die einen geben Geld, andere verschicken Weihnachtspäckchen, bringen gebrauchte Kleidung zu Sammelstellen oder engagieren sich im Ehrenamt. Insgesamt bis zu sieben Milliarden Euro haben die Deutschen im vergangenen Jahr gespendet, wie die Bilanz des Deutschen Spendenrates belegt. Die durchschnittliche Spendensumme pro Kopf lag bei knapp 150 Euro.

Im internationalen Vergleich ist die Hilfsbereitschaft in Deutschland dabei überdurchschnittlich gestiegen: Im World Giving Index stieg Deutschland in diesem Jahr acht Plätze auf und liegt auf dem 20. Rang von 145 untersuchten Ländern. Sowohl bei Geldspenden als auch bei der ehrenamtlichen Tätigkeit hat Deutschland 2015 um sieben Prozent zugelegt.

Geldspenden hoch im Kurs

Geldspenden sind besonders beliebt, auch weil man sie von der Steuer absetzen kann. Die finanzielle Zuwendung an steuerbegünstigte Organisationen kann als Sonderausgabe bei der jährlichen Steuererklärung geltend gemacht werden. Zu den Institutionen gehören beispielsweise Kirchen, Universitäten, staatliche Museen, gemeinnützige Vereine und Stiftungen. Spenden sind allerdings nur bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte als Sonderausgaben absetzbar. Alles was darüber hinaus geht, muss als so genannter Vortrag im Folgejahr in der Steuererklärung eintragen werden.

Das Finanzamt akzeptiert eine Spende nur dann, wenn sie durch eine Spendenbescheinigung nach amtlich vorgeschriebenem Muster belegt ist. Die so genannte Zuwendungsbestätigung enthält unter anderem die Art der Spende und die Spendensumme und bestätigt, dass die Zuwendung nur für einen bestimmten, steuerbegünstigten Zweck verwendet wird. In der Regel schicken gemeinnützigen Organisationen zu Beginn des Folgejahres automatisch eine Spendenbescheinigung zu. Das Original muss an das Finanzamt weitergeleitet werden. Eine Kopie der Spendenquittung für die Unterlagen ist sinnvoll, da auch bei den Behörden mitunter Unterlagen verloren gehen.

Vereinfachter Nachweis

Spenden bis 200 Euro können noch leichter von der Steuer abgesetzt werden: Hier reicht ein vereinfachter Nachweis, zum Beispiel der von der Bank abgestempelte Einzahlungsbeleg, der Kontoauszug oder der PC-Ausdruck beim Online-Banking. Ab dem kommenden Jahr wird es noch einfacher. Spenden bis 200 Euro, die 2017 oder später veranlasst wurden, müssen bei der Steuererklärung nicht mehr belegt werden, es genügt, wenn die Quittung auf Nachfrage des zuständigen Finanzamtes bei einer möglichen Prüfung vorgezeigt wird. Wer im Falle von humanitären Katastrophen wie Kriegen, Erdbeben oder Flutkatastrophen helfen möchte, muss sich ebenfalls nicht mit der Bürokratie herumschlagen. Für Spenden, die bis zum 31. Dezember 2016 auf ein für Katastrophenfälle eingerichtetes Konto eingehen, gibt es neuerdings auch ein vereinfachtes Verfahren. Auch hier reicht bereits der Barzahlungsbeleg für die Spende oder die Buchungsbestätigung des Kreditinstituts als Nachweis. Das Finanzministerium Schleswig-Holstein hat übrigens anerkannt, dass auch Spenden über Paypal möglich sind. Bei Beträgen unter 200 Euro genügt der Kontoauszug des Paypal-Kontos. Auf dem Kontoauszug müssen allerdings der Name des Kontoinhabers und dessen E-Mail-Adresse klar ersichtlich sein.

Ehrenamtliche Hilfe

Viele Menschen engagieren sich gerade in der Weihnachtszeit nebenberuflich in der Flüchtlingshilfe und helfen bei der Betreuung und Integration oder sind in anderen Bereichen ehrenamtlich tätig, um Hilfsbedürftigen beizustehen. Die Nebentätigkeit bleibt in Höhe des sogenannten Übungsleiterfreibetrags von 2.400 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei. Voraussetzung ist, dass die nebenberufliche Tätigkeit für eine gemeinnützige Organisation ausgeführt wird und zeitlich maximal ein Drittel einer Vollzeittätigkeit ausmacht. Außerdem muss die Tätigkeit einem gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zweck dienen.

Wer Flüchtlinge auf Bitten einer Kirche oder karitativen Organisation bei sich zu Hause aufnimmt, kann für die Ausgaben für Kost und Logis eine Spendenbescheinigung bekommen und die Kosten in der Steuererklärung als Aufwandsspende eintragen.

Beim Steuerbescheid sollte in jedem Fall geprüft werden, ob die jeweiligen Spenden vom Finanzamt berücksichtigt worden sind. Wenn nicht, muss innerhalb von vier Wochen Einspruch eingelegt werden. Spenden können so auch nachträglich geltend gemacht werden. Wer erst nach Ablauf der Einspruchsfrist reagiert, schenkt sein Geld dem Staat. Wurde die Quittung vergessen, erinnert das Finanzamt allerdings in der Regel schriftlich daran, diese nachzureichen.

Fragen Sie die Experten!

Mit unserem Artikel wollen wir Sie vor allem auf den einen oder anderen hilfreichen Aspekt für Ihre Steuererklärung aufmerksam machen. Diese Information stellt keine steuerliche oder rechtliche Beratung dar. Wir empfehlen Ihnen, sich bei allen Fragen zu Ihrer Einkommensteuererklärung, zur Abgeltungssteuer oder sonstigen steuerlichen Angelegenheiten am besten fachlichen Rat einzuholen.