Seit dem 1. Juli gibt es neue Regeln für das sogenannte Pfändungsschutzkonto, kurz P-Konto genannt. Schuldnern bleibt nun etwas mehr Geld auf dem Konto für den Lebensunterhalt. Die Pfändungsfreigrenze ist gestiegen: Schuldner, die ein P-Konto führen, dürfen nun exakt 1.073,88 Euro von ihrem monatlichen Einkommen behalten. Das sind 2,7 Prozent mehr als vorher. Wer sich um eine Familie kümmert, hat einen noch höheren P-Konto-Freibetrag.

Hier die wichtigsten Infos zum P-Konto und dem neuen Pfändungsfreibetrag:

Was genau ist ein P-Konto?

Wer Schulden hat und mit einer Kontopfändung rechnen muss, kann sein Girokonto von der Bank in ein Pfändungsschutzkonto umwandeln lassen. Ein Gang zum Vollstreckungsgericht ist dafür nicht nötig. Damit ist automatisch ein gesetzlich festgelegter Betrag vor Pfändung geschützt. Über das Kontoguthaben kann der Inhaber im Rahmen des Pfändungsfreibetrags autonom verfügen, z. B. mittels Überweisungen und Lastschriften. Voraussetzung: Das Konto ist gedeckt.

Wie beantragt man ein P-Konto?

Jeder Kontoinhaber kann bei seiner Bank oder Sparkasse beantragen, dass sein bestehendes Girokonto in ein P-Konto umgewandelt wird. Das geht sogar bis zu vier Wochen rückwirkend. Die Umwandlung wird innerhalb weniger Tagen kostenfrei durchgeführt. Wer ein Gemeinschaftskonto führt, muss zuerst ein neues Einzelkonto eröffnen. Sprechen Sie hierzu Ihren TARGOBANK Berater an, er beantwortet Ihnen alle Fragen zum P-Konto und zum Freibetrag.

Wie hoch sind die P-Konto Freibeträge?

Zum 1. Juli 2015 stieg der Pfändungsfreibetrag um 2,7 Prozent. Der Grundfreibetrag liegt jetzt bei 1.073,88 Euro für eine Person. Alle, die eine Familie versorgen müssen, haben höhere P-Konto-Freibeträge: monatlich 404,16 Euro für die erste sowie weitere 225,17 Euro jeweils für die zweite bis fünfte Person. Leistet der Schuldner Unterhaltszahlungen, muss er seiner Bank eine Bescheinigung darüber vorlegen.

Die genauen P-Konto Freibeträge lauten:

  • 1.073,88 Euro Grundfreibetrag
  • 1.478,04 Euro bei einer Unterhaltspflicht
  • 1.703,21 Euro bei zwei Unterhaltspflichten
  • 1.928,38 Euro bei drei Unterhaltspflichten
  • 2.153,55 Euro bei vier Unterhaltspflichten
  • 2.378,72 Euro bei fünf/mehr Unterhaltspflichten

Der P-Kontoinhaber kann außerdem auch das Kindergeld, Grundrente bei Körperschaden und einmalige Sozialleistungen wie die Erstausstattung nach der Geburt vor der Pfändung schützen lassen.

Wer stellt die Bescheinigung für die höheren Pfändungsfreibeträge aus?

Arbeitgeber, Sozialleistungsträger, die Schuldnerberatungsstellen oder die Familienkasse stellen die Bescheinigung kostenfrei aus. Auch Rechtsanwälte sind dazu berechtigt, verlangen aber häufig eine Gebühr.

Werden die neuen Freibetragsgrenzen automatisch angepasst?

Die Schuldner müssen nicht selbst aktiv werden, um die Pfändungsfreibeträge anzupassen. Die Banken haben das P-Konto in der Regel automatisch auf die neuen Freibeträge umgestellt.

Was ist noch beim P-Konto zu beachten?

Weitere Informationen zum Stichwort P-Konto und Pfändungsfreibetrag erhalten Sie bei der TARGOBANK Bank und beim Bankenverband.

Jedes Girokonto kann von der Bank in ein P-Konto umgewandelt werden. Wichtig allerdings ist, dass jede Person nur ein einziges Pfändungsschutzkonto besitzen darf. Im Falle von Gemeinschaftskonten sollten diese sofort in Einzelkonten aufgeteilt werden, damit es keine Probleme bei der Zuordnung von Guthaben nach einer Pfändung kommt.

Natürlich besteht auch die Möglichkeit, ein P-Konto nach der Begleichung der Schulden wieder in ein normales Girokonto umzuwandeln.