Maxi und Rudie ziehen viele Blicke auf sich, wenn sie auf dem Weg zu ihren Stationsbesuchen durch die Gänge der Kölner Uniklinik laufen. Schließlich passen die bunten Outfits der beiden nicht so recht ins Bild. Vor allem ihre roten Nasen sorgen dafür, dass die Leute ihnen mit einem Lächeln begegnen. Und genau dafür sind sie auch hergekommen – Maxi und Rudie sind zwei der aktuell 15 Clowns des Kölner Klinikclowns e.V.

Der Patient entscheidet

„Hallo, dürfen wir hereinkommen?“ – Mit dieser Frage startet jeder Besuch der Klinikclowns. „Es ist wichtig, dass die Patienten entscheiden können, ob sie von uns Clowns besucht werden wollen oder nicht“, erklärt Heike Reissig, wie Clownin Maxi mit wirklichem Namen heißt. Vor allem Kinder seien oftmals durch die vielen unbekannten Menschen und die unvertraute Umgebung sehr angespannt oder verunsichert. „Daher ist es wichtig, dass wir uns ihnen behutsam nähern und im Zweifel auch wieder weggeschickt werden dürfen.“

Ihre Besuche in zahlreichen Krankenhäusern und Senioreneinrichtungen in Nordrhein-Westfalen absolvieren die Kölner Klinikclowns immer zu zweit. Zu Beginn findet stets ein Übergabegespräch mit dem Pflegepersonal der Station oder des Heims statt. Durch die Informationen der Pfleger können die Clowns ganz individuell auf die gesundheitliche Situation und die persönlichen Umstände der Patienten eingehen. Mit ihren künstlerischen Fähigkeiten aus Musik, Zauberei, Pantomime und Akrobatik sowie Einfühlungsvermögen und Improvisationstalent entwickeln die Klinikclowns ein individuelles, persönliches Spiel mit jedem Patienten. Ein einstudiertes Standard-Programm gibt es nicht. Jeder Besuch läuft anders, weil jeder Patient andere Bedürfnisse hat.

Auf dem Foto sind die beiden Klinikclowns angezeigt, die bunt gekleidet auf den Fluren des Kölner Uniklinikums stehen.

Maxi und Rudie (v.l.n.r.) sind froh, den kleinen Patienten eine Freude bereiten zu können.

Der lange Weg zum Klinikclown

Bis ein Clown jedoch für den Einsatz in Krankenhäusern oder Hospizen bereit ist, vergeht einige Zeit. Die Darsteller, die in der Regel als ausgebildete Künstler aus Bereichen wie Schauspielerei, Tanz oder Gesang zum Verein stoßen, werden für die Einsätze als Klinikclowns besonders geschult. Spezielle Trainings und Workshops dienen dazu, auf die besonderen Herausforderungen der Visiten bestmöglich vorbereitet zu sein. Coachings und Fortbildungen sichern die hohe Qualität, für die der Verein einsteht. Doch vor allem der stetige Austausch unter den Clowns gibt ihnen die Möglichkeit, von den Erfahrungen der anderen zu lernen. Das hilft ihnen in schwierigen oder unerwarteten Situationen.

So schaffen die Clowns bei ihren Besuchen einen Raum für Kreativität und den spontanen Umgang mit den großen und kleinen Sorgen der Patienten. Die Lebensfreude und der Spaß, den die Clowns versprühen, lassen Schmerz, Angst oder Heimweh für kurze Zeit in den Hintergrund rücken.

Spaß haben und dabei Gutes tun

Die beiden Klinikclowns vor ihrem Einsatz in der Kölner Uniklinik.

Die beiden Klinikclowns vor ihrem Einsatz.

Dieses Ziel verfolgen die Kölner Klinikclowns bei ihren Visiten in Seniorenheimen, Hospizen und auf Kinderstationen zahlreicher Krankenhäuser. Für diese wertvolle Arbeit genießen die Clowns hohe Anerkennung und Wertschätzung bei Ärzten und dem Pflegepersonal. „Gerade die Eltern sind oft froh, wenn wir kommen und sie für ein paar Augenblicke von der schweren Situation entlasten“, sagt Monika Sobetzko, die Rudie mit den grünen Hosenträgern verkörpert. Aussagen wie „Toll, dass ihr hier seid“ oder „Ihr macht so eine wertvolle Arbeit“ seien neben dem Lächeln und der Freude der Patienten das wichtigste Lob.

Doch die vielseitigen Aufgaben des Vereins wären ohne die Unterstützung von Fördervereinen, Förderpaten und vor allem Spenden nicht zu bewältigen. Das war Anlass für die Kölner Filialen der TARGOBANK, den Verein der Klinikclowns mit einer Spende zu unterstützen. Insgesamt 755 Euro wurden bei der letzten Karnevalsfeier der Filialen für den guten Zweck eingenommen und in diesem Jahr an die Kölner Klinikclowns e.V. übergeben. „Die alljährliche Altweiberfeier ist immer ein großer Spaß und es wird viel gelacht. Was liegt da näher, als mit dem Erlös die wertvolle Arbeit der Klinikclowns zu unterstützen. So können wir Mitmenschen, denen es nicht so gut geht, ein Lächeln ermöglichen“, berichtet Moritz Hager, Filialleiter der TARGOBANK Köln-Südstadt.