Die Zahl der Ruheständler, denen es schwer fällt, ihren Lebensunterhalt allein mit ihrer Rente zu bestreiten, hat sich in den vergangenen zehn Jahren erhöht – und es ist zu erwarten, dass diese Gruppe in den kommenden zwei Jahrzehnten nochmals größer wird. Gründe dafür sind der demographische Wandel und das weitere Absinken des Rentenniveaus. Wenn man kein Gutverdiener ist, kann es mit der gesetzlichen Rente allein schnell knapp werden. Da ist es gut, dass viele zumindest über ein zweites Standbein verfügen.

Betriebsrente und Riester-Rente als Standbeine

Wie zum Beispiel die Betriebsrente: Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft gibt es rund 15,3 Millionen Verträge zur betrieblichen Altersvorsorge in Deutschland. Das entspricht knapp 60 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Ein weiteres Standbein kann die Riester-Rente sein, also eine private Altersvorsorge, die staatlich gefördert wird. Das Bundesarbeitsministerium geht davon aus, dass 70 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland auf eine Betriebsrente oder auf eine Riester-Rente zurückgreifen können. Das bedeutet jedoch im Umkehrschluss, dass 30 Prozent ohne eine solche Versorgung sind. Sie sind gezwungen, von der gesetzlichen Rente und – sofern vorhanden – von ihren Ersparnissen zu leben. Wenn das nicht reicht, kann staatliche Grundsicherung beantragt werden.

Grundsicherung – erst geht’s an die Ersparnisse

Wer Grundsicherung bezieht, muss sich im Klaren darüber sein, damit niemals über den vom Sozialamt festgestellten Mindestbedarf hinaus zu kommen. Die Grundsicherung schließt lediglich die Lücke zwischen der Rentenzahlung und diesem Bedarfssatz. Praktisch heißt das: Wenn die gesetzliche Rente steigt, wird die ausgezahlte Grundsicherung um denselben Betrag gekürzt.

Für den Bezug von staatlicher Grundsicherung gelten übrigens noch striktere Vermögensgrenzen als beim Arbeitslosengeld II: 2.600 Euro durfte bisher das Schonvermögen betragen. Alles, was man darüber hinaus an Vermögen angespart hatte, musste für den Lebensunterhalt aufgewendet werden. Zum 1. April 2017 hat der Bundesgesetzgeber das Schonvermögen erhöht – auf 5.000 Euro.

Als Rentner in Teilzeit weiterarbeiten

Mit der Grundsicherung dürfte es sich in absehbarer Zeit eher nicht komfortabel leben lassen. Daher erschließen sich viele Rentner andere Einnahmequellen – indem sie zum Beispiel in Teilzeit weiterarbeiten. Wer die Regelaltersgrenze für die Rente erreicht hat, kann hinzuverdienen, ohne Abzüge bei der Rente hinnehmen zu müssen. Allerdings beginnt bei Einkünften oberhalb von 450 Euro auch für Rentner die Sozialversicherungspflicht – und selbstverständlich muss man das Thema Einkommensteuer auf dem Radar haben. In jedem Fall sollte man sich hierzu ausführlich beraten lassen.

Bezieht man eine Rente, obwohl man die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht hat, werden die Nebeneinkünfte grundsätzlich auf die ausgezahlte Rente angerechnet. Es gibt hierbei feste Obergrenzen, was hinzuverdient werden darf – und es gilt die Faustregel: je höher der Hinzuverdienst, umso niedriger ist der Anteil der Rente. Detaillierte Informationen bietet dazu die Deutsche Rentenversicherung.

Es spricht also viel dafür, sich bereits in den Jahrzehnten vor dem Renteneintritt mit seinem verfügbaren Einkommen ein weiteres Standbein zuzulegen. Neben klassischen Lebensversicherungen bieten private Rentenversicherungen -zum Beispiel bei der TARGOBANK in Form einer Investment-Rente oder einer Privat-Rente– eine attraktive Möglichkeit die gesetzliche Rente aufzubessern.

Mit solch einem finanziellen Puffer kann man die Frage, ob man im Ruhestand noch einem Nebenjob nachgehen möchte, sehr viel gelassener angehen. Eben nicht aus der Notwendigkeit heraus, den Lebensstandard zu sichern, sondern als freie Entscheidung, um geistig und körperlich beweglich zu bleiben. Freiwillig im Alter arbeiten wäre mit einer guten Vorsorge kein „Stand-“, sondern ein „Spielbein“.