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Immer mehr Menschen gehen dem Gedränge in Kaufhäusern, Einkaufszentren und anderen Geschäften aus dem Weg und nutzen lieber das Internet, um einzukaufen. Doch aufgepasst, nicht jede Seite ist seriös und manchmal erweist sich ein vermeintliches Schnäppchen als Plagiat und Kostenfalle.

Online-Shopping ist in Deutschland beliebter als das Einkaufen im Laden. Das hat  eine repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom bereits Ende 2017 ergeben. Aber Vorsicht: Einige Online-Verkaufsplattformen sind Plagiatshändler oder so genannte Fake-Shops. Diese versuchen, Kunden zu betrügen, indem sie gefälschte Produkte minderer Qualität oder gar keine Produkte liefern.

Wir zeigen Ihnen die häufigsten Online-Fallen und sagen, worauf Sie achten sollten:
  1. 1. Hat die aufgerufene Homepage ein Impressum?

    Fehlt das Impressum, sollten Sie in dem Webshop nicht bestellen. Das gilt auch für den Fall, dass statt einer Adresse nur ein Postfach oder keine Telefonnummer angegeben ist. Oft werden zudem Adressen benutzt, die nicht existieren. Im Zweifel: Finger weg. Weitere Details zur Informationspflicht bietet die Verbraucherzentrale.

  2. 2. Hat die Adresse eine unbekannte oder verdächtige Endung

    Wenn eine eigentlich bekannte Adresse Ungereimtheiten aufweist, kann dies ein Warnzeichen dafür sein, dass es sich um eine betrügerische Website handelt. Steht am Ende der Domainendungen statt „.de“ eine „.de.com“, sollten Sie misstrauisch werden.

  3. 3. Passt der Name der Website zu den angebotenen Artikeln?

    Wenn bei einer URL zum Thema Pflanzen plötzlich Schuhe angeboten werden, können Sie ziemlich sicher sein, dass es sich um kein seriöses Angebot handelt. Achten Sie daher stets darauf, dass Werbung und Sortiment übereinstimmen.

  4. 4. Gibt es auf der Homepage Rechtschreib- und Grammatikfehler?

    In der Hektik überliest man schnell den einen oder anderen Tippfehler. Von daher gilt: Nehmen Sie sich die Zeit und achten Sie darauf, dass alles korrekt geschrieben ist. Rechtschreib- und Grammatikfehler auf der Seite können auf einen unseriösen Anbieter hinweisen. Ein vertrauenswürdiges Unternehmen wird immer darauf achten, dass in der Beschreibung alles stimmt. Klicken Sie auch die AGB und die Datenschutzerklärung an. Klingt der Text eher wie eine schlechte Übersetzung, dann sollten Sie die Hände von dem Onlineshop lassen.

  5. 5. Wirkt der Aufbau der Homepage unseriös?

    Ist eine Seite extrem unübersichtlich oder baut sie sich nur langsam auf, ist das ebenfalls ein Hinweis darauf, dass der Anbieter entweder noch nicht lange im Geschäft ist oder er sich wenig Mühe gibt und nur auf schnelle Kohle aus ist. Hier ist jedenfalls Vorsicht geboten.

  6. 6. Weicht der angebotene Artikelpreis stark vom originalen Preis ab?

    Nicht jeder besonders günstige Shop ist ein Fake-Shop, und nicht jeder Fake-Shop muss zwingend extrem billig sein. Doch wenn sich in einem Shop auffallend niedrige Angebote häufen, sollte man zumindest genauer hinsehen – denn nicht wenige Abzocker arbeiten mit dieser Lockmethode.

  7. 7. Unklarheiten bei der Zahlungsweise

    Oft werden Kunden bis zum letzten Bestellschritt mehrere Zahlungsweisen angeboten. Doch bei der eigentlichen Bestellung wird dann nur noch Vorkasse z. B. in Form einer Überweisung verlangt. Es sollte aber umgekehrt sein: erst die Ware, dann das Geld. Ohne kundenfreundliche Zahlungsweise sollten Sie den Bestellvorgang abbrechen.

  8. 8. Facebook-Werbung bedeutet nicht, dass die Seite seriös ist

    Oft locken lassen sich Kunden allein dadurch beruhigen, dass Facebook-Werbung auf der Homepage zu sehen ist. Doch Obacht, Banner werden oft automatisch freigeschaltet, ohne dass dabei die Sicherheit und Echtheit der Seiten überprüft wird.

  9. 9. Abo-Falle / Gewinnspiel mit Zahlungsdaten

    Immer wieder werden Verbraucher Opfer von Abo-Fallen im Internet. Ist Ihnen auf der Internetseite „kostenlos“ und „gratis“ allerlei versprochen worden und erhalten Sie dennoch eine Rechnung, prüfen Sie zunächst, ob die Button-Lösung beachtet wurde. Das bedeutet: Zum Abschluss der Bestellung muss es eine Schaltfläche geben, die gut lesbar und nur mit den Worten „zahlungspflichtig bestellen“ oder einer anderen eindeutigen Formulierung beschriftet ist (§ 312 j III BGB). Nicht ausreichend sind zum Beispiel die Formulierungen „bestellen“ oder „anmelden“. Fehlt es an einem korrekt bezeichneten Button, sollten Sie von der Bestellung absehen.

  10. 10. Positive Kundenbewertungen oder Gütesiegel

    Generell macht es beim Online-Shopping Sinn, sich als Kunde nicht nur auf Bewertungen innerhalb eines Shops zu verlassen. Sollten sich aber die Lobeshymnen häufen, kann dies ein zusätzliches Indiz für einen Fake-Shop sein – vor allem, wenn anderweitige Bewertungen stark davon abweichen und vermehrt auf betrügerische Machenschaften hinweisen. Geben Sie  den Firmennamen in eine Suchmaschine wie Google ein und schauen sich die Ergebnisse an – häufen sich die Kommentare in Foren zu negativen Erfahrungen von Kunden: lieber Finger weg! Mittlerweile gibt es verschiedene Gütesiegel, die das Onlineshopping sicherer machen. Das bekannteste ist das Trusted Shop-Siegel, welches sichere Onlineshops auszeichnet, Bewertungen überwacht und Ihre Bestellung absichert.

Was tun, wenn ich bereits bei einem Plagiatshändler oder Fake-Shop bestellt habe?

Wenden Sie sich in jedem Fall an Ihre Bank, um zu klären, ob und wie Sie Ihr Geld zurückholen können. Darüber hinaus lohnt sich eine Strafanzeige bei der Polizei. Um sicher zu gehen, sollten Sie zudem Belege für die Online-Bestellung sammeln und sichern. Dazu gehören Kaufvertrag, Bestellbestätigung, E-Mails und ein Screenshot des Angebots.

Außerdem gilt: Gehen Sie besonders sensibel mit vertraulichen Daten um. Oft versuchen Betrüger über Fake-Shops an Ihre Kontodaten und Passwörter zu kommen. Geben Sie diese nur weiter, wenn Sie zu einhundert Prozent sicher sind, dass es sich um ein seriöses Angebot handelt. Die TARGOBANK gibt auf ihrer Webseite aktuelle Tipps zum Thema Online-Sicherheit.