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Der Jahreswechsel ist immer ein gern genommener Anlass, sich gute Vorsätze für das neue Jahr vorzunehmen. Doch nicht nur im Privatleben, auch im Beruf ist es hilfreich, sich konkrete Ziele zu setzen. Arbeitsweise und Gehalt können dabei ebenso in Betracht gezogen werden, wie die berufliche Weiterbildung oder gar ein Wechsel des Jobs.

Ist ein Jobwechsel sinnvoll? Oder gibt es Möglichkeiten, sich in der aktuellen Position weiterzuentwickeln? Unsere Checkliste gibt Anregungen zur Um- oder Neu-Orientierung im Job.

Checkliste
  1. 1. Stimmt mein Zeitmanagement?

    Oft sind schlechte Planung oder mangelnde Kommunikation die Hauptursache für Zeitmangel. Das einfachste Mittel, die Arbeit zu strukturieren, sind To-Do-Listen. Dieses schriftliche Planen hilft nicht nur seine Vergesslichkeit in den Griff zu bekommen, sondern ist oftmals bereits der erste Schritt zur Bewältigung der Dinge. Auch sind ToDo-Listen ein gutes Kontrollinstrument, an denen man ablesen kann was bereits geschafft wurde und was noch zu tun ist.

    Ein beliebtes Vorbild ist die so genannte Eisenhower-Matrix. Das Grundprinzip ist einfach. Die Matrix besteht aus vier Feldern, in welche die Aufgaben eingeteilt werden: dringend und wichtig, dringend, aber nicht wichtig, wichtig, aber nicht dringend. Die angenehmste der vier Gruppen ist wohl die letzte: weder wichtig noch dringend. Denn alles, was dort hineingehört, kann weg. Die Aufgaben aus dem ersten Bereich sollten sofort erledigt werden. Die dringenden, aber nicht wichtigen Aufgaben können delegiert werden, die wichtigen, aber nicht dringenden Aufgaben sollten exakt terminiert und dann selbst erledigt werden.

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  2. 2. Verdiene ich genug?

    Ausgangspunkt für ein Gehaltsgespräch sollte das aktuelle Gehalt sein. Schlüsseln Sie dafür alle Bestandteile auf – Grundgehalt, flexible Anteile wie Prämien oder Provisionen, zusätzliche Monatsgehälter wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld, Vergütung von Überstunden und Zuschüsse vom Arbeitgeber zur betrieblichen Altersvorsorge.

    Im Gespräch sollten besondere Leistungen erwähnt werden, etwa ein wichtiges Projekt, das erfolgreich abgeschlossen wurde. Wo haben Sie Verantwortung übernommen, neue Ideen und Verbesserungsvorschläge eingebracht? Oft werden solche Dinge nicht von ihren Vorgesetzten wahrgenommen.

    Bleiben Sie im Gespräch ruhig und sachlich. Lassen Sie keinen Neid auf ihre Kollegen spüren und jammern Sie nicht über die eigene finanzielle und private Situation. Auch der Verweis darauf, dass die letzte Erhöhung schon länger zurückliegt, ist oft ein Eigentor. Es soll schließlich die aktuelle Leistung belohnt werden. Wichtig: Nennen Sie eine konkrete Summe, ohne unrealistisch zu sein. Ein Blick in den Lohnspiegel kann dabei helfen.

  3. 3. Reichen meine Netzwerke?

    Ein Viertel aller Stellen wird über persönliche Kontakte besetzt. Netzwerke sind daher für die Karriere unersetzlich. Es gibt formelle Netzwerke wie Ehemaligen-Netzwerke von Universitäten und Stiftungen oder eigene Netzwerke für Existenzgründer, für Wissenschaftler, für junge Führungskräfte und für Frauen.

    Ein informelles Netzwerk besteht dagegen aus persönlichen Kontakten, die man sich selbst aufgebaut hat und die man auch untereinander locker vernetzt. Onlineportale wie Xing oder LinkedIn setzen hierbei auf Masse statt Klasse: Die Kontakte sind nicht eng, dafür breit gestreut.

    Wichtig ist es in jedem Fall, Leute persönlich zu treffen. Das ist nicht nur der Berufsfachverband, sondern kann auch die Vernissage, Lesung oder Podiumsdiskussion sein. Auch ein gemeinsames Essen ist ein guter Anlass. Am Ende bringt ein gutes Gespräch, das beiden im Gedächtnis bleibt, mehr als zehn Telefonnummern, zu denen man schon am nächsten Tag die Gesichter vergessen hat.

    Die goldene Regel beim Netzwerken lautet: geben und nehmen. Und meistens fängt es mit dem Geben an. Das können Kleinigkeiten sein – jemanden auf ein interessantes Angebot aufmerksam zu machen oder einen Zeitungsartikel weiterzuleiten. Wer auf Dauer aber immer nur gibt, sollte darüber nachdenken, ob er sich die richtigen Netzwerkpartner ausgesucht hat.

  4. 4. Bin ich auf dem aktuellen Stand?

    Das Schlagwort vom lebenslangen Lernen ist mehr als ein Gemeinplatz: In Zeiten rasanten technischen Fortschritts und zunehmender Globalisierung wird von Arbeitnehmern erwartet, dass sie sich fortbilden und sich neuen Anforderungen anpassen – beispielsweise indem Sie entsprechende Infoveranstaltungen besuchen, wenn sich die rechtlichen Rahmenbedingungen in ihrem Fachgebiet geändert haben.

    Die sogenannte Anpassungsfortbildung gehört gerade für jüngere Arbeitnehmer zum beruflichen Alltag. Auch für Beschäftigte in eher schwierigen Situationen kann eine passende Weiterbildung von hoher Bedeutung sein: Arbeitslosen oder Müttern beziehungsweise Vätern, die nach längerer Elternzeit wieder den Anschluss schaffen wollen, kann sie den Wieder- oder Quereinstieg in einen anderen Beruf ermöglichen.

    Finanziell lohnt sich das Engagement ebenfalls. Einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung zufolge können Beschäftigte, die für ihren Beruf nützliche Fähigkeiten erworben haben, Einkommenssteigerungen von sechs Prozent erwarten.

  5. 5. Macht mein Job noch Spaß?

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    Arbeiten Sie an der richtigen Stelle oder haben Sie das Bedürfnis, einen Neuanfang zu starten? Das kann ein neues Unternehmen sein, aber auch ein völlig anderer Berufszweig. Zunächst sollten Sie sich selbst die Fragen stellen: Mit welchem Gefühl beginnen Sie den Tag: Arbeiten zu müssen oder arbeiten zu dürfen? Laut einer Erhebung des Beratungsunternehmens Gallup zu diesem Thema macht jeder vierte deutsche Arbeitnehmer nur noch Dienst nach Vorschrift. Es kann auch von Nachteil sein, zu lange an einem Arbeitsplatz festzuhalten. Eine jahrelange Festanstellung biete kaum noch Sicherheit, außerdem gilt man schnell als unflexibel.

    Statistisch gesehen, wechseln pro Jahr vier Prozent aller Deutschen den Job, die Hälfte davon freiwillig. Je nach Alter sind die Gründe unterschiedlich: Bei 30-Jährigen ist es der Wunsch nach mehr Gehalt und Verantwortung und bei 40-Jährigen steht oft eine berufliche Neuorientierung an. Mit 50 hoffen viele, an der Spitze der Karriere angelangt zu sein, andere haben eher das Bedürfnis, einen Beruf zu haben, den sie bis zur Rente ausüben können.

    Eventuelle Pläne sollten Sie allerdings erst einmal für sich behalten. Sollte ihr aktueller Arbeitgeber davon erfahren, dürfte ihr Standing im Job sinken. Und vielleicht ändert sich das Bedürfnis ja auch, wenn Sie an den anderen Stellschrauben drehen.