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Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert. Das Sprichwort kennt jeder – auch heute noch, wo das Pfennigstück längst durch die Cent-Münze abgelöst wurde. Doch bei aller Würdigung des Münzgeldes – im Alltag ist es längst nicht mehr so einfach, hartes Geld loszuwerden. Und wer es zur Bank bringen will, muss dafür gegebenenfalls sogar zahlen. Gebühren von zehn Euro oder mehr sind dabei keine Seltenheit.

Kleingeld wird in manchen Geschäften gar nicht mehr allzu gerne angenommen. Vor allem dann nicht, wenn es schnell gehen muss. Viele Zahlungen laufen zudem mittlerweile elektronisch – per Kreditkarte oder Online. Wohin also mit dem Münzgeld? Zu Hause lagern macht auf Dauer auch keinen Spaß, zumal auch das Sparschwein irgendwann voll ist. Was bleibt, ist der Weg zur Bank.

Dort angekommen, erlebt der Kunde womöglich eine unschöne Überraschung. Denn viele Banken verlangen mittlerweile für den Umtausch von Münzen Gebühren. Seit dem 1. Januar 2015 sind laut EU-Verordnung (Nr. 1210/2010) Banken dazu verpflichtet, sämtliche Münzen auf Echtheit und Beschädigung zu prüfen. Gerade beim Münzgeld, das in geschlossenen „Safebags“ kassiert wird, ist die Prüfung sehr teuer und aufwendig und wird deshalb bei den meisten Banken von einem externen Dienstleister durchgeführt. Außerdem ist der Transport der Münzen allein schon wegen des hohen Gewichts ein großer Kostenfaktor.

Eigene Kunden sind im Vorteil

Die meisten Banken unterscheiden beim Münzgeldtausch zwischen Kunden und Nicht-Kunden. Während Erstere Einzahlungen auf ihr eigenes Konto gegen ein vergleichsweise geringes Entgelt tätigen können, kann es für Nicht-Kunden teuer werden. Für Kleingeldeinzahlungen „zugunsten Dritter“ werden bei vielen Geldinstituten Gebühren zwischen zehn und 20 Euro fällig.

In der Regel ist allein die Einzahlung von Kleingeld unkomplizierter als der Umtausch von Münzen in Scheine. Im äußersten Fall wird diese Dienstleistung sogar verweigert. Die Grenze, ab der eine Gebühr verlangt wird, liegt je nach Institut zwischen 50 und 100 Münzen und kann je nach Betrag und Münzanzahl fünf Euro und mehr betragen. Um die Kosten zu reduzieren, empfiehlt es sich, kleinere Mengen in mehreren Schritten einzuzahlen.

Manche Banken haben in ihren Filialen Einzahlungsautomaten aufgestellt, die das Zählen und Einzahlen von Kleingeld erleichtern. Oftmals handelt es sich dabei um multifunktionale Automaten, die sowohl die Ein- als auch die Auszahlung ermöglichen. Ob Ihre Bank darüber verfügt, können Sie in der Regel über die Homepage herausfinden.

Kinder und Azubis zahlen nichts

Ausgenommen von zusätzlichen Entgelten sind in der Regel Kinder, die ihr Sparschwein zur Bank bringen sowie Kirchen oder wohltätige Vereine, die ihre Spendengelder einzahlen. Bei der TARGOBANK sind Minderjährige, Schüler, Studierende und Azubis von den Gebühren befreit, alle anderen Kunden müssen ab einer Menge von mehr als 100 Münzen 7,50 Euro pro Safebag (bis zu einem Gewicht von fünf Kilogramm) zahlen.

Für Kunden, die bei ihrer Hausbank für die Einzahlung von Kleingeld hohe Gebühren zahlen, sowie für Direktbankkunden stellt die Deutsche Bundesbank eine Alternative dar: Das Geldinstitut tauscht Hartgeld gebührenfrei um und besitzt deutschlandweit Filialen in insgesamt 44 Städten.

Noch ein Tipp zum Schluss: Das eine oder andere 1-Euro- oder 50-Cent-Stück sollte man aber trotzdem im Portemonnaie belassen, etwa für den Einkaufswagen im Supermarkt oder den morgendlichen Gang zum Bäcker, der sich beim Kauf der Brötchen immer über Kleingeld freut.