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Münzen und Scheine sind in Deutschland nach wie vor beliebt: Noch immer werden knapp die Hälfte aller Geschäfte und Einkäufe in bar abgewickelt. Das birgt auch Gefahren. Die Zahl der Fälschungen ist 2019 zwar erneut zurückgegangen – dennoch lohnt es sich weiterhin, beim Bargeld genauer hinzuschauen.

Der Volksmund nennt unaufrichtige Menschen gerne „falsche Fuffziger“. Die Bezeichnung geht auf die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück und wurde für gefälschte preußische 50-Taler-Scheine gebraucht, die damals von einer Berliner Bande in Umlauf gebracht worden waren; später bezog sich der Begriff auf nachgemachte Fünfzig-Pfennig-Münzen.

Und auch heute sind die „falschen Fuffziger“ besonders begehrt. Laut Statistik der Bundesbank waren 2019 in der Bundesrepublik rund 56 Prozent der nachgemachten Euro-Scheine Fünfziger. Die Gesamtzahl der Fälschungen sank aber gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozent. Die Einführung neuer Geldscheine stellt die Fälscher offenbar vor größere Probleme.

Geldscheine sind mehrfach gesichert

„Kippen, fühlen, sehen“ ist der Schlüssel zur Erkennung von Falschgeld, denn auf modernen Euro-Noten sind Sicherheitsmerkmale hinterlegt, die Fälschungen bei genauer Betrachtung gut erkennbar machen. Auf jedem Geldschein, der seit 2013 gedruckt wurde, befindet sich ein Hologramm mit dem Porträt der Europa. Wenn der Schein gekippt wird, erscheint es im silbernen Streifen am Rand. Außerdem befindet sich in dem Streifen ein Euro-Zeichen und der Nennwert des Scheins ist zu erkennen. Das Porträt der Europa erscheint zudem als Wasserzeichen. Schließlich gibt es eine sogenannte Smaragdzahl, auf der sich beim Kippen ein Lichtbalken auf und ab bewegt. Die Zahl verändert ihre Farbe von Smaragdgrün zu Tiefblau. Fälscher konzentrieren sich meistens bei der Nachahmung auf ein oder wenige Sicherheitsmerkmale, sodass bei der Prüfung immer mehrere Merkmale einbezogen werden sollten.

Der 2017 neu eingeführte 20-Euro-Schein enthält noch ein weiteres Sicherheitsmerkmal: Im Hologramm befindet sich ein sogenanntes Porträt-Fenster. Wird der Geldschein gegen das Licht gehalten, wird das Fenster durchsichtig. Das Europa-Porträt ist dann auf beiden Seiten des Geldscheins sichtbar.

Münzen werden zwar seltener gefälscht, aber auch hier gibt es Möglichkeiten, einen falschen von einem echten Taler zu unterscheiden. Am ehesten lässt sich die Echtheit der Stücke auf ihrem Rand überprüfen. Während echte Euro-Münzen scharfe Konturen und ausgeprägte Details besitzen, haben Fälschungen oft eher weiche Übergänge und narbige oder fleckige Flächen. Die Schrift darauf sollte klar geprägt und die Riffelung gleichmäßig sein. Bei Fälschungen sind sie oft unsauber und schwammig. Außerdem sind falsche Münzen häufig leichter als echte. Auch Flecken auf der Münze oder eine ungewöhnliche Färbung können Hinweise auf eine Fälschung sein. Grobe Abweichungen bei Format, Farbe oder Bildelementen gibt es eher selten. Erst die nähere Betrachtung, die Überprüfung an Hand der Sicherheitsmerkmale, macht eine Unterscheidung möglich. Insgesamt stieg die Anzahl der Münz-Fälschungen 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 29 Prozent an. Vor allem die Anzahl der Fälschungen bei der 2-Euro-Münze stiegen um 88 Prozent an.

Die Sicherheitsmerkmale des 2017 neu eingeführten 50-Euro-Scheins sind die gleichen, wie bei den sich bereits auf dem Markt befindenden neuen Fünfern, Zehnern und Zwanzigern: Europa-Porträt auf beiden Seiten, Porträt-Fenster im Hologramm und Durchsichtigkeit bei Licht. Mit diesen Neuerungen könnte auch der „falsche Fuffziger“ bald Geschichte sein. Die Anzahl der 50-er Fälschungen ging letztes Jahr bereits um 26 Prozent zurück. Auch auf die steigende Anzahl an 100-, 200- und 500-Euro-Fälschungen reagierte die Europäische Zentralbank (EZB) mit der Einführung neuer 100- und 200-Euro-Scheine im Mai 2019 und komplettierte damit die zweite Euro-Banknotenserie, die Europa-Serie. Bereits Ende des Jahres 2018 beschloss die EZB den 500-Euro-Schein abzuschaffen. In Umlauf befindliche Banknoten bleiben aber gültige Zahlungsmittel.

Polizei sofort informieren

Grundsätzlich gilt: Benachrichtigen Sie sofort die Polizei, wenn Sie Falschgeld erhalten. Bei der Weiter- oder Rückgabe von Falschgeld können Sie sich genau wie bei der Herstellung von Falschgeld strafbar machen. Für Falschgeld gibt es außerdem keinen Ersatz. Daher sollten Verkäufer auch die Ware nicht vor Bezahlung mit gültigem Geld herausgeben. Falsche sowie als falsch verdächtige Münzen sind bei der zuständigen Filiale der Bundesbank einzureichen.