„Dieser Geldautomat ist zurzeit außer Betrieb“, diese Nachricht war in den vergangenen Monaten mehr als einmal auf Berliner und Brandenburger Bankautomaten zu lesen. Der Geldbotenstreik sorgte vor allem dort für leere Automaten. Ärgerlich für alle, die schnell Bargeld brauchen. Doch wie kommt das Geld eigentlich in den Geldautomaten?

In der Regel  dauert es drei Tage bis neues Geld in den Automaten angekommen ist. Am ersten Tag wird das bestellte Geld gezählt und abgepackt, am nächsten Tag verteilen es die Werttransportunternehmen von der Bundesbank weiter in das sogenannte Cashcenter. Von dort aus schwärmen am dritten Tag die Geldtransporter zu den Banken und Geldautomaten aus. Damit das Geld nie ausgeht, sind die Mitarbeiter im Zahlungsverkehr von früh bis spät in Aktion.

Cash Management: Bloß keinen Leerlauf!

7:30 Uhr Drei Geldautomaten sind leer. Jennifer Arnold, Sachbearbeiterin im Zahlungsverkehr, sucht den Fehler, während ihr Team neues Geld bestellt.

Meist sind technische Defekte oder Ungenauigkeiten beim Befüllen schuld“, erklärt sie. „Wenn wir merken, dass ein Automat leerläuft und nicht genug Geld im Tresor liegt, ziehen wir die Geldversorgung vor.

9:00 Uhr Die meisten Filialen verlassen sich auf die automatischen Bestellungen des Systems. Das kennt jede einzelne Bargeldauszahlung der letzten zehn Jahre und erstellt auf dieser Basis eine Prognose für jeden Automaten und jede Kasse. Wird deutlich mehr Geld bestellt als das System empfiehlt, hakt Jennifer Arnold nach. Mittlerweile kommen die ersten Werttransporte in den Filialen an und auch die Geldautomaten an externen Standorten, wie zum Beispiel in Einkaufszentren, werden befüllt.

10:30 Uhr Jetzt darf nichts schief gehen! Die Bestellung bei der Bundesbank muss raus, sonst gibt es übermorgen in keiner einzigen Filiale neues Geld. Trotz Eile und zahlreicher Anrufe aus den Filialen ist jetzt absolute Präzision gefragt.

12:00 Uhr Das Bargeld für den nächsten Tag wird von der Bundesbank abgeholt. Vorher muss jedoch überprüft werden, wie viel Geld bereits ausgeliefert worden ist. Nur wenn die meisten Filialen und Automaten bereits versorgt sind, gibt es Nachschub. So reduziert sich das Risiko.

12:50 Uhr Jede Filiale ist nun mit Geld versorgt. Stopp, fast jede: Ein Geldversorger ruft an, er steht im Stau und kommt erst nach der Mittagspause. Schnell informieren die Kollegen die Filiale über den Nachzügler.

15:00 Uhr Sachbearbeiterin Anja Unkart sitzt am Rechner und schaut in die Zukunft. Sie prüft die Vorhersage des Cashmanagement-Systems. Ihr Team gibt derweil die Daten ein, die täglich von den Filialen gemeldet werden, z. B. Feiertage und Ferien sowie Stadtfeste. Damit das Programm auch morgen weiß, wie viel Geld die Leute brauchen und den Banken auch bei besonderen Anlässen das Geld nicht ausgeht.