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Nur noch träumen können Sparer heute von den Zeiten, als das Guthaben auf der Bank durch Zins und Zinseszins Jahr für Jahr sichtlich wuchs. Inzwischen führen die verschwundenen Zinsen in Kombination mit der Inflation – selbst wenn sie nicht allzu hoch ist – zu einer schleichenden Entwertung des Ersparten. Doch es gibt Alternativen für die Geldanlage.

Immerhin: Der Strafzins für Einlagen, wie ihn institutionelle Anleger längst aufbringen müssen, dürfte „Ottonormalverbrauchern“ mit Guthaben bis zu 100.000 Euro in absehbarer Zeit „erspart“ bleiben. Über Tresore in den eigenen vier Wänden oder Sparstrümpfe sollte man sich daher nicht den Kopf zerbrechen. Denn wer das Geld zuhause hortet, muss ein beträchtliches Einbruchsrisiko tragen. Kriminalisten warnen dringend davor, zu viel Geld und Wertgegenstände in der eigenen Wohnung aufzubewahren. Allerdings löst das zwar sichere, aber eben ertragslose Bankkonto nicht das Problem des kontinuierlichen Wertverlustes.

Dann also besser in Sachwerte wie Gold oder Häuser investieren? Grundsätzlich kein schlechter Gedanke! Doch Edelmetalle unterliegen traditionell großen Wertschwankungen, deshalb empfiehlt es sich, nur einen sehr überschaubaren Teil des Vermögens in Münzen und Barren anzulegen.

Auch Immobilien bergen ihre Tücken: Wegen stark gestiegener Kaufpreise sollten Anleger beim Erwerb von Häusern und Wohnungen heute sehr genau hinschauen. Wer mit einer gebrauchten Immobilie liebäugelt, muss stets auch den Modernisierungsbedarf im Blick haben und diese Extrakosten einkalkulieren. Hinzu kommen weitere, nicht im Kaufpreis enthaltene Nebenkosten, zum Beispiel für Notar, Grundbucheintragung, Grunderwerbsteuer und eventuell Makler. Insgesamt kann das mehr als zehn Prozent des eigentlichen Kaufpreises ausmachen. Die zentrale Fragestellung ist: Welche Jahresnettokaltmiete kann realistisch erzielt werden und um welchen Faktor darf der Kaufpreis darüber liegen? Stimmt hier das Verhältnis nicht, kann die gekaufte Immobilie schnell zum Klotz am Bein werden.

Am Erfolg der Wirtschaft teilhaben

Als Sachwerte gelten aber auch die an Börsen gehandelten Unternehmensanteile – also Aktien. Nach Ansicht vieler Fachleute sind die Besitzer von Aktien die klaren Gewinner in der Niedrigzinsphase. Denn die herrschende Ebbe bei anderen Anlageformen hat die Unternehmensanteile zusätzlich attraktiver gemacht. Das drückt sich in steigenden Kursen aus. Und neben Gewinnen durch Kurssteigerungen profitieren Anleger auch von laufenden Auszahlungen über Dividenden. So lassen sich Renditen erzielen, die nicht gleich wieder von der Inflation aufgezehrt werden.

Einsteigen kann man in Aktien durchaus mit kleinen Beträgen – zum Beispiel mit einem Investment-Sparplan ohne feste Laufzeit. Als Bausteine für das eigene Depot eignen sich europäische Aktienfonds oder ein repräsentativer Querschnitt von DAX-Aktien – also die größten börsennotierten deutschen Unternehmen. Auch Indexfonds, sogenannte ETFs, deren Zusammensetzung genau der eines bestimmten Aktienindexes entspricht, erfreuen sich wachsender Beliebtheit und tragen zur Risiko-Streuung bei.

Der zweite Schritt zur individuellen Anlagestrategie sollte ein Beratungstermin bei der eigenen Hausbank sein. Dabei sollten Anleger darauf achten, ob ausschließlich hauseigene Produkte angeboten werden oder ob auch objektiv bewertete Fremdprodukte erhältlich sind. Schließlich ist es ein Unterschied, ob der Berater lediglich auf Produkte des eigenen Konzerns zurückgreifen kann, oder ob er die Möglichkeit hat, das jeweils beste Produkt am Markt für den Kunden herauszusuchen.

Dem schleichenden Wertverlust durch Inflation und verschwundene Zinsen können Sparer also durchaus etwas entgegensetzen. Die besten Chancen für eine Wertsteigerung der Ersparnisse bieten sich, wenn man durch den Erwerb von Unternehmensanteilen direkt am Erfolg der Wirtschaft beteiligt ist.