Euro und Cent, Münzen und Scheine, Kredit- und Girokarte… Womit die Erwachsenen täglich zu tun haben, ist für Kinder zunächst einmal gar nichts Selbstverständliches. Wie lernt man eigentlich, mit Geld umzugehen? Sicher nur, wenn man selbst welches in die Hand nehmen darf. Deshalb gibt es das Taschengeld. Es hat gleich zwei wichtige Funktionen: Es gibt Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, in einem begrenzten Umfang Dinge nach dem persönlichen Geschmack zu kaufen, ohne zuvor die Eltern fragen zu müssen. Vor allem aber ist es die Basis für die ersten eigenen Erfahrungen mit Geld: Wie viel kostet etwas? Wie viel habe ich zur Verfügung? Wie viel bin ich bereit, für etwas ausgeben? Und wie viel will ich lieber für etwas anderes aufheben? Wie teile ich mein Geld ein – und auf was spare ich?

Laut der repräsentativen KidsVerbraucherAnalyse des Ehapa-Verlags wandert ein Großteil des Taschengelds, das Kindern und Jugendlichen in Deutschland zur Verfügung steht, in Süßigkeiten, Zeitschriften, Snacks und Getränke. Was genau das eigene Budget dafür hergibt, erfahren die jungen Konsumenten so Woche für Woche, Monat für Monat ganz praktisch.

Doch zum Umgang mit Geld gehört auch zu erkennen, dass nicht alles „verjubelt“ werden muss. Denn geht es um größere Wünsche, die nicht einfach vom laufenden Taschengeld finanziert werden können und auch nicht als Geschenk von Eltern und Verwandten in Aussicht stehen, hilft nur eins: Sparen! 60 Prozent der Kinder zwischen 4 und 13 Jahren legen zumindest einen Teil ihres Geldes auf die hohe Kante, hat die KidsVerbraucherAnalyse 2015 herausgefunden.

Sparen hat Tradition in Deutschland. Übliche Utensilien für den Alltag sind das Sparschwein und die Sparbüchse. Haben sich die Sammelbehälter gefüllt, geht es damit zum Bankschalter, um den klappernden Inhalt auf dem Sparbuch oder Sparkonto einzuzahlen. In nicht allzu ferner Zukunft wird es wohl auch eine digitale Spardose geben, mit der Kinder das bargeldlose Sparen im Alltag lernen können. Wahrscheinlich bleibt auch fürs Plündern des digitalen Sparschweins der beliebte Weltspartag ein wichtiges Datum. Seit 1925 findet er in der letzten Oktoberwoche statt – in diesem Jahr am Dienstag, 30. Oktober 2018.

Doch ist es in der gegenwärtigen Niedrigzinsphase überhaupt reizvoll, das Geld zur Bank zu bringen?

Einige Banken gestalten die Zinssätze für Kinderkonten bewusst attraktiver, als dies aus rein ökonomischer Sicht momentan angemessen wäre. Die TARGOBANK bietet zum Beispiel das Junior-Sparkonto – nicht zuletzt, um Kindern den Umgang mit Geld und den Wert des Sparens zu vermitteln:

„Auch wenn das allgemeine Zinsniveau derzeit extrem niedrig ist, sollten Kinder die Erfahrung machen dürfen, dass sich Sparen lohnt. Lernen können sie das aber nur, wenn der Geldzuwachs durch Zinsen überhaupt spürbar ist. Deshalb gibt es hier natürlich auch keine Kontoführungsgebühren“, sagt René van de Linde, Filialleiter der TARGOBANK.

Dass Eltern den Kindern beim Ausgeben des Taschengelds freie Hand geben können, hängt damit zusammen, dass auch Minderjährige ab sieben Jahre „eingeschränkt geschäftsfähig“ sind, wie es die Juristen nennen. Auch für Ein- und Auszahlungen vom Sparbuch kann den Kindern ein Rahmen eingeräumt werden. Doch bei der Einrichtung eines Sparbuchs oder Kontos für Minderjährige geht grundsätzlich nichts ohne die Zustimmung der Eltern. Gleich bei der Kontoeröffnung sollte auch daran gedacht werden, einen Freistellungsauftrag einzurichten, damit ein Viertel des kleinen Zinsgewinns nicht gleich wieder automatisch als Abgeltungssteuer an den Fiskus fließt.

Übrigens können nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern beim Umgang mit Taschengeld etwas lernen: Taschengeld sollte stets pünktlich, unaufgefordert und nicht als Belohnung oder Strafe für ein bestimmtes Verhalten des Kindes gezahlt oder gestrichen werden. Auch bei der Höhe des Taschengelds sind viele Eltern unsicher. Grundsätzlich muss es der wirtschaftlichen Situation des Haushalts entsprechen. Wichtig ist natürlich auch, wie alt das Kind ist. Eine brauchbare Orientierung bietet die Taschengeld-Tabelle der Arbeits-Gemeinschaft Finanzen.