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Dass Aktien, Fondsanteile oder Sparpläne sinnvolle Formen der Geldanlage sind, wird kein Experte bestreiten. Allerdings ist die Beschäftigung damit eine eher nüchterne Angelegenheit. Begeisterung kommt da bei den wenigsten Menschen auf. Aber geht es auch anders? Kann man mit „Herzblut“ investieren und dabei eine echte Wertsteigerung erzielen? Fünf ausgefallene Geldanlagen stellen wir hier vor.

Oldtimer – nicht nur auf den Anschaffungspreis schauen

Was für Anleger Deutscher Aktien der DAX ist, gibt es auch für Auto-Enthusiasten, die ihr Geld in ältere Autos anlegen möchten – den Deutschen Oldtimer Index – kurz: DOX – des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA). Der Index veranschaulicht sehr klar den möglichen Wertzuwachs, der sich mit älteren Fahrzeugen erzielen lässt, hilft aber nur bedingt bei der Entscheidung, welches Modell wohl am lukrativsten wäre. Denn hier sind vor allem Oldtimer gelistet, die in größeren Stückzahlen gebaut wurden. Die höchsten Renditechancen bieten indes möglichst kleine Produktionsserien. Nachteilig bei Oldtimer-Investments sind der in der Regel sehr hohe Anschaffungspreis, die kontinuierlich aufwändige Pflege und der unverzichtbare Platz in einer geeigneten Garage. Wie bei praktisch allen Investments in Sachwerten gilt: Nur wer wirklich Ahnung von der Materie hat, kann bösen Überraschungen aus dem Weg gehen.

Lego – auch auf den Zustand der Packung kommt’s an

Sie heißen „Bionicle“, „Chima“ oder „Nexo Knights“. Längst handelt es sich bei Lego nicht mehr nur um verschieden farbige kantige Plastikbausteine, sondern um wahre Kultobjekte mit hohem Sammlerwert. Lässt sich damit spielend Geld verdienen? Ja, behauptet das Handelsblatt und untermauert dies mit einigen Beispielen: Bei einigen Sets kann die Wertsteigerung bei über 1.000% liegen. So brachte ein 2005 für knapp 29,90 Euro gekaufter Bausatz zu einem Harry-Potter-Film stolze 400 Euro ein. 2007 musste man für den Millennium-Falken aus der Star-Wars-Serie 450 Euro bezahlen. Heute sind für das Set rund 4.500 Euro fällig.

Das Gute: Die Preisentwicklung steht bei Lego-Bausätzen nicht im Zusammenhang mit Finanzkrisen oder ist an die Entwicklung der Finanzmärkte gebunden, sondern richtet sich nach der Nachfrage des Produkts. Erwirbt man zudem einen Bausatz in einer limitierten Auflage oder gar eine Sonderedition, lässt sich mit Lego eine hohe Rendite erzielen. Einziger Wehrmutstropfen ist das hohe Maß an Selbstdisziplin. Denn sobald man die Packung eines Lego „Dimensions“ oder „Star Wars“ Sets öffnet, stürzt der Wert sofort zu Boden – in der Regel unter den ursprünglichen Kaufpreis. Deswegen erwerben Lego-Fans gleich zwei Bausätze – einen zum Bauen und den zweiten als Wertanlage.

Mit Lego spielend Geld verdienen? © WDnet Studio – Adobe Stock

Parkplätze – vor allem in deutschen Großstädten oft Mangelware

Wohnungen oder Häuser als Geldanlage, das kennt jeder – aber Parkplätze? Doch diese Form des Investments kann unter Umständen mindestens genauso viel Sinn machen. Denn Parkplatzmangel in deutschen Großstädten kennt – leider – auch jeder. Der Bedarf ist oft weit größer als das Angebot, die Nachfrage dementsprechend riesig. Zudem bieten Parkplätze im Vergleich zu „herkömmlichen“ Immobilien einige Vorteile: Die Investitionskosten sind geringer, es gibt kaum Instandhaltungskosten, auch der bürokratische Aufwand ist deutlich niedriger, weil zum Beispiel keine jährliche Nebenkostenabrechnung nötig ist. Natürlich ist auch eine solche Geldanlage kein Selbstläufer, es gibt einige Faktoren die beachtet werden sollten: Die Preisgestaltung, der Zustand und vor allem die Lage des Objektes sind entscheidend für die spätere Rendite.

Parkplatzmangel in deutschen Großstädten kennt – leider – jeder. Die Investition in Parkhäuser kann sich lohnen. © moonrise – Adobe Stock

 

Handtaschen – den Blick für Zeitloses sollte man haben

Ohne Hemmungen auf eine Shopping-Tour losziehen – und als Ergebnis eine lukrative Geldanlage im Haus? Halt, ganz so einfach funktionieren Designer-Handtaschen als Geldanlage doch nicht. Wichtig ist die Entscheidung für ein erstklassiges Design, und idealerweise sollte die Tasche in limitierter Auflage gefertigt worden sein. Ein Vorteil: Im Gegensatz zu manch anderen Sachwerten (siehe Lego oder Wein) darf die Tasche auch benutzt werden – und im Laufe der Zeit entsprechende Abnutzungsspuren bekommen, ohne dadurch an Wert zu verlieren. Eine gewisse Patina kann hier sogar einen besonderen Reiz ausmachen. Relativ hoch ist bei Handtaschen aber das Risiko, Opfer einer Produktfälschung zu werden. Und ob das Design tatsächlich über viele Jahre den wechselnden Geschmacksrichtungen und Modeströmungen standhält, ist ganz besonders schwer vorherzusagen.

Designer-Handtaschen als Geldanlage? Wichtig ist die Entscheidung für ein erstklassiges Design und idealerweise eine limitierte Auflage. ©agcreativelab – Adobe Stock

 

Musikinstrumente – junge Künstler profitieren ebenfalls

Es muss ja nicht gleich eine Stradivari sein. Bereits für 25.000 Euro lässt sich ein qualitativ hochwertiges Streichinstrument eines historischen Geigenbauers erstehen. Und für viele ältere Geigen lässt sich eine stärkere Wertentwicklung nachweisen als für große Aktienindizes im selben Zeitraum. Schöner Nebeneffekt: Das Instrument kann dauerhaft an einen talentierten Nachwuchsmusiker verliehen werden, der sonst kaum die Möglichkeit hätte, auf einer so edlen Geige zu spielen. Vermittelt werden solche Arrangements durch die Deutsche Stiftung Musikleben. Aber Vorsicht: Ein Wertzuwachs ist gut möglich, kann aber von niemandem garantiert werden. Und ohne fachkundige Beratung sollte man sich auf keinen Fall in dieses Terrain begeben – schon allein, um die Gefahr auszuschließen, einer Fälschung aufgesessen zu sein.

Bereits für 25.000 Euro lässt sich ein qualitativ hochwertiges Streichinstrument eines historischen Geigenbauers erstehen. ©rcfotostock – Adobe Stock

 

Wein – eine Entscheidung für Gewinn oder Genuss

Auch bestimmte Kultweine aus dem Bordeaux oder der Bourgogne können in Sachen Wertzuwachs jeden Aktienindex locker abhängen. Wie bei Oldtimern lassen sich auch beim Wein ältere Jahrgänge nicht „nachproduzieren“. Weil permanent von einem Jahrgang etwas weggetrunken wird, entsteht eine ganz natürliche Verknappung, die wiederum eine wichtige Voraussetzung für eine kontinuierliche Wertsteigerung ist. So weit, so gut. Um daraus tatsächlich Kapital zu schlagen, muss man einiges beachten: Der Wein sollte aus einer renommierten Region von einem erstklassigen Weingut stammen und von einschlägigen Sommeliers, professionellen Weinverkostern, eine herausragende Bewertung erhalten haben. Der Wein muss darüber hinaus sehr gut lagerfähig sein – und wenn er im eigenen Keller reifen soll, muss auch dieser über die geeigneten klimatischen Eigenschaften verfügen.

Wie bei Oldtimern lassen sich auch beim Wein ältere Jahrgänge nicht „nachproduzieren“. © dmitrimaruta – Adobe Stock

Haben Sie Ihren Sachwert gefunden? Falls nicht – unsere Auswahl ist keineswegs vollständig: Auch Armbanduhren, Vinyl-Schallplatten oder Zinnfiguren dienen Kennern als attraktive Geldanlage. Bei Anlageobjekten wie Wein oder Oldtimern besteht auch die Möglichkeit, mit einer niedrigen Eintrittsschwelle über Fondsanteile an der allgemeinen Wertsteigerung teilzuhaben.

Diese Möglichkeit bieten übrigens auch die ganz klassischen Sachwerte wie Aktien oder Immobilien. Schließlich ist die Verknüpfung von Hobby und Geldanlage auch kein Muss. Die Alternative: Sie lassen sich von Ihrer Bank einen individuellen Vorschlag zur Geldanlage erarbeiten. Das lässt Ihnen Zeit für die Dinge, denen Sie mit echter Leidenschaft nachgehen.