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Für die Erstsemester bedeutet der Start ins Studium den Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Viele von ihnen sind erstmalig auch finanziell auf sich alleine gestellt. Da das Geld im Studium meist knapp ist, denken nur wenige Studierende über Möglichkeiten der Geldanlage nach. Dabei kann sich Geldanlegen auch mit kleinsten Summen langfristig lohnen. Es gibt allerdings Regeln zu beachten.

Neue Stadt, neue Wohnung, neues Leben. Ein bisschen aufgeregt ist Ben Tillmann schon. Gerade hat er vom Hausmeister die Schlüssel für seine erste eigene „Studentenbude“ in Düsseldorf bekommen. „Mit 32 Quadratmetern kein Palast, aber meins!“, sagt der 20-jährige Niederrheiner und grinst. In wenigen Tagen startet Bens Medizinstudium an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf – und damit ein völlig neuer Lebensabschnitt. Der Umzug habe eine Menge Geld verschlungen und auch die Miete sei für die überschaubare Größe seines Appartements recht happig, findet Ben. Zwar erhält er finanzielle Unterstützung von seinen Eltern, aber große Sprünge könne er damit nicht machen. In den Semesterferien will er deshalb mit Aushilfsjobs etwas dazuverdienen. „Hoffentlich lässt sich das auch mit dem Lernpensum des Studiums vereinbaren“, so Ben. Glücklicherweise haben ihm seine Großeltern als Studienstarthilfe einen Betrag von 2.000 Euro geschenkt. Einiges davon ist allerdings schon für Kühlschrank, Herd und Waschmaschine draufgegangen. Alles drei hat er gebraucht im Internet gekauft.

„Geldanlage für Studenten: Bei den paar Kröten?“

Da das Geld bereits vor seinen Studienplänen jeden Monat eher knapp war, hat sich Ben bislang keine Gedanken über das Thema Geldanlage für Studenten gemacht. „Bei den paar Kröten, was will ich da großartig sparen oder gar anlegen?“, fragt sich Ben. Aus Jugendzeiten hat er noch ein Sparkonto mit knapp 1.500 Euro Guthaben. Als er vor kurzem von der Sparkasse aus seinem Heimatort zu einer Privatbank gewechselt ist, hat er das Geld von dem Sparkonto auf ein Tagesgeldkonto übertragen. An das Geld will Ben aber nicht dran. Das Guthaben will er als Reserve für den Fall der Fälle behalten.

„Bens Idee, für Notfälle eine eiserne Reserve vorzuhalten, ist richtig und wichtig. Schnell kann es passieren, dass Waschmaschine, Auto oder das Laptop kaputt gehen. Dann ist es gut, wenn man etwas in der Hinterhand hat“, erläutert Tom Engel, Bereichsleiter Investmentprodukte bei der TARGOBANK.

Darüber hinaus gilt auch für Studierende, die nur über recht geringe finanzielle Ressourcen verfügen: Langfristig kann sich das Geldanlegen auch schon mit kleinsten Sparsummen lohnen. Spar- oder Tagesgeldkonten sind dafür allerdings weniger geeignet. Und wer sein – wenn auch bescheidenes – Vermögen zu Hause in einem Sparschwein hortet, der verschenkt sogar Geld. Attraktivere Renditechancen bieten dagegen Investments in Aktien oder Anlagefonds.

Flexible Geldanlage für Studenten durch Investment-Sparpläne

„Auch für Studenten mit geringem Einkommen gibt es durchaus Anlageformen, bei denen sie schon mit geringen monatlichen Beträgen Vermögen aufbauen können. Beispielsweise können sie in einen Investment-Sparplan investieren. Das ist bei uns im Hause schon ab einem Betrag von 25 Euro pro Monat möglich. Man bleibt flexibel, da es für Investment-Sparpläne keine festen Laufzeiten gibt. Außerdem kann der Sparbetrag jederzeit erhöht, reduziert oder in knappen Zeiten auch mal ausgesetzt werden“, so Tom Engel.

Und womöglich kommt auch eine feste Geldanlage für Studenten in Frage, die beispielsweise durch Ferienjobs größere Geldbeträge anhäufen können. So erfreuen sich die so genannten ETFs – die Abkürzung steht für Exchange Traded Funds – als spezielle Form der Investmentfonds wachsender Beliebtheit. Sie bilden die Wertentwicklung eines Börsenindex wie des DAX exakt ab – gewinnt der DAX drei Prozent hinzu, gewinnt auch der ETF drei Prozent – und sind zudem auch günstig für die Anleger.

So weit ist es bei Ben allerdings noch nicht. Eine feste Geldanlage kommt für ihn derzeit nicht in Betracht. Aber die Idee des Vermögensaufbaus über einen Investment-Sparplan hat ihn aufhorchen lassen. „Ich dachte bislang, Geldanlage sei nur etwas für Gutverdiener“, sagt Ben. Dass er beim Investment-Sparplan von Monat zu Monat selbst entscheiden kann, wie viel er spart, findet er prima. „Da wo ich herkomme, würde man sagen: Kleinvieh macht auch Mist!“, sagt er und lacht. Wie das Ganze genau laufen könnte, darüber will er sich jetzt in einer Filiale seiner Hausbank beraten lassen. Gerade hat er online einen Beratungstermin vereinbart.