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Die Temperaturen sind auf dem Sinkflug – Zeit, die Heizung wieder einzuschalten. Verbraucher denken dabei vor allem an die verursachten Kosten. Wir zeigen Möglichkeiten, wie die Nebenkostenabrechnung nicht zu hoch wird.

Die gute Nachricht vorweg: In den vergangenen Jahren hielten sich die Nebenkostenabrechnungen in Grenzen, zahlreiche Privathaushalte konnten sich sogar über Rückzahlungen freuen. Das lag an den relativ milden Wintern und den niedrigen Preisen für Öl, Gas und Strom. Doch darauf sollten sich die Verbraucher nicht verlassen: Langfristige Prognosen zum Wetter haben sich selten als zuverlässig erwiesen und auch die Preise auf dem Weltmarkt können sich jederzeit wieder ändern. Für das laufende Jahr soll es bereits teurer werden. Wer der nächsten Nebenkostenkostenabrechnung entspannt entgegensehen möchte, sollte daher selbst aktiv werden.

Vermutlich jeder hat schon einmal von der Wärmedämmung für Altbauten gehört und Berichte über Energiefresser wie Standby-Lampen oder alte Glühbirnen und veralteten Heizungen gelesen. Doch oftmals fällt es den Verbrauchern schwer, den ersten Schritt zu gehen. Erste Anregungen liefern Portale wie http://www.co2online.de/. Dort können Interessenten Strom-, Wasser- und Heizkosten für Wohnungen, Ein- oder Mehrfamilienhäuser vergleichen. Modernisierungscheck oder Fördermittelcheck zeigen zudem, welche Möglichkeiten es zur Finanzierung gibt.

Checkliste: Heizkosten
  1. 1. Beratung auch vor Ort

    Mieter und Eigentümer können sich aber auch direkt vor Ort beraten lassen. Verbraucherzentralen bieten etwa Energieberatungen für Wohnhäuser an. Das Angebot wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert und ist dadurch auch für wirtschaftlich schwächere Haushalte erschwinglich. Zwischen zehn und 40 Euro kosten Basis-Check, Gebäude-Check oder Brennwert-Check. Hierbei werden neben dem Strom- und Heizenergieverbrauch auch die Gebäudehülle (Außenwände, Fenster, Türen, Dach) oder die Heizungsanlagen (Wärmeerzeuger und Verteilsystem) unter energetischen Aspekten begutachtet. Wer lieber selbst tätig werden möchte, hat zahlreiche Optionen. Eigentümer von Altbauten sollten etwa ihre Fassaden dämmen und ihre Gebäude mit effizienten Heizanlagen ausstatten; eine hydraulische Optimierung der Heizanlage reduziert den Verbrauch erheblich. Da mit dem nahenden Winter auch die Tage immer kürzer werden, steigt auch der Bedarf nach künstlichem Licht. Wer nicht irgendwann im Dunkeln sitzen möchte, tut gut daran, alte Birnen gegen moderne LED-Lampen auszutauschen. Auch wenn LED-Lampen den Verbraucher wegen ihrer höheren Anschaffungskosten oftmals abschrecken, lohnt sich die Investition auf lange Sicht: Beim Vergleich einer Halogenlampen mit einer hochwertigen LED können bei einer durchschnittlichen Lebensdauer von 15 Jahren laut Verbraucherzentrale etwa 180 Euro Stromkosten pro Lampe eingespart werden. Je nach Größe der Wohnung können das mehrere tausend Euro sein.

  2. 2. Standby als Stromfresser

    Mitunter scheitern die guten Vorsätze aber schon an der Bequemlichkeit. Wer hat schon Lust, jedes Mal am Abend den Standby-Schalter am Fernseher oder Computer auszuschalten oder die Stecker aus der Dose zu ziehen? Dabei gehören Geräte, die im Standby-Modus laufen, zu den größten Stromfressern. In deutschen Privathaushalten machen Standby- und “Schein-Aus”-Verluste nach Berechnungen der Deutschen Energie-Agentur (dena) mindestens 11 Prozent des Stromverbrauchs aus. Danach liegt der jährliche Standby-Verbrauch eines Haushalts mit durchschnittlicher Ausstattung bei rund 440 Kilowattstunden und verursacht Stromkosten von rund 71 Euro. Wer nicht jedes Gerät einzeln ausschalten möchte, der sollte sich Steckerleisten mit An- und Ausschalter zulegen. Außerdem gibt es mittlerweile zahlreiche Geräte, die einen sehr geringen Standby-Verbrauch haben. Einen Überblick hierüber geben unter anderem Energieverbrauchskennzeichnungen wie der „EnergyStar“ oder die offizielle EU-Energieverbrauchs-Kennzeichnung, auch EU-Label oder Energieetikett genannt.

  3. 3. Sparen mit Smart Home-Lösungen

    Wer zusätzlichen Komfort schätzt, der kann auch auf sogenannte Smart-Home-Lösungen zurückgreifen. Das Lüften nach dem Aufstehen oder am Abend beim Fernsehen wird so zur leichten Übung: Optische oder magnetische Tür-/Fensterkontakte erkennen, wenn ein Fenster geöffnet wird. Über Funk meldet ein Sensor den Zustand an das Heizkörperthermostat und die Heizung wird herunterregelt. Schließt sich das Fenster, regelt das Thermostat die Heizung wieder auf den Ausgangswert. Sogar beim Einkauf, nach dem Konzertbesuch oder kurz vor dem Feierabend können Verbraucher von unterwegs Einfluss auf das richtige Klima und die angemessene Beleuchtung nehmen. Apps für das Smartphone sorgen dafür, dass Heizung, Lüftung oder Beleuchtung durch wenige Klicks gesteuert werden – und senken so die Heizkosten.

Die Einsparpotenziale sind vielfältig und oftmals braucht es nur wenige Schritte, um diese umzusetzen. Es wird also höchste Zeit, denn niemand weiß, wie lange der Winter wirklich dauert.