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Führerschein, Ausbildung, eigene Wohnung – Kinder kosten Geld, und je älter die Kinder, desto größer die Wünsche. Aber wie können Eltern, Großeltern und Paten in Zeiten von Nullzinsen überhaupt sinnvoll für den Nachwuchs sparen? Wir haben bei Tim Schreurs, Anlageberater bei der TARGOBANK in Moers und selbst dreifacher Vater, nachgefragt. Sein Rat: frühzeitig anfangen, konsequent dranbleiben und realistische Ziele setzen.

Anlageberater Tim Schreurs

Anlageberater Tim Schreurs

Herr Schreurs, Sie haben selbst drei kleine Kinder, was raten Sie Ihren Kunden beim Thema Geldanlage für den Nachwuchs?

Klar, Eltern haben natürlich in der ersten Zeit nach der Geburt sehr viele andere Dinge im Kopf, vor allem beim ersten Kind. Da hat das Thema Finanzen nicht immer höchste Priorität. Und trotzdem sage ich ihnen: Das A und O ist es, so früh wie möglich mit dem Sparen zu beginnen. Manche Eltern überlegen sich erst zu Ereignissen wie Kommunion oder Konfirmation, wie sie das geschenkte Geld am besten für ihre Kinder anlegen. Großeltern sind da oftmals vorausschauender. Viele kommen schon vor der Geburt zu uns in die Filiale, weil sie gerne für die großen und kleinen Wünsche ihrer Enkelkinder sparen möchten.

Klassische Sparprodukte wie Tages- oder Festgeld bringen bei den niedrigen Zinsen kaum Rendite. Wozu raten Sie Ihren Kunden?

Am Anfang einer guten Beratung steht natürlich immer die Frage nach den Wünschen des Kunden: Wie viel Geld kann er monatlich fürs Sparen entbehren? Über welchen Zeithorizont sprechen wir? Soll am Ende eine bestimme Summe zusammenkommen? Das Sparschwein taugt höchstens fürs Taschengeld der Kinder. Für kurzfristigere Anschaffungen wie ein Fahrrad, ein neues Bett oder den ersten Schulranzen ist ein Junior-Sparkonto besser geeignet. Wenn man seinen Kindern einen finanziellen Startschuss zur Volljährigkeit oder nach Schulabschluss ermöglichen möchte, bieten sich Investment-Sparpläne an. Dabei legen Sie typischerweise regelmäßig einen bestimmten Betrag in Aktien-, Renten oder Mischfonds an. Auch viele Exchange Traded Funds (ETFs) sind inzwischen sparplanfähig.

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Fürs Taschengeld ok, für größere Beträge aber keine gute Geldanlageoption: das Sparschwein

Worauf muss ich bei einem Investment-Sparplan achten?

Wichtige Kriterien bei jeder Geldanlage sind Laufzeit, Kündigungsfristen, Verfügbarkeit des Geldes, Flexibilität und natürlich das Risiko. Wir bieten Sparpläne bereits ab 25 Euro im Monat. Sie können die Sparrate jederzeit anpassen, kurzfristig ändern oder sogar aussetzen.

Hier noch einmal der Hinweis: Fangen Sie frühzeitig mit dem Sparen an. Auch kleine Sparbeträge läppern sich über die Jahre, dann kann man schon mit recht kleinen Beträgen langfristig viel erreichen. Tut man das nicht, verspielt man einen Großteil des Zinseszinseffekts und macht es sich dadurch schwerer, bis zur Volljährigkeit des Kindes einen ansehnlichen Betrag anzusparen. Wichtig ist außerdem, dass Sie dranbleiben und wirklich kontinuierlich einzahlen.

Wie sieht es denn mit den Risiken aus?

Selbstverständlich unterliegen auch Investment-Sparpläne den Kursschwankungen des Markes. Diese werden allerdings durch den langen Anlagehorizont etwas abgemildert. Denn bei gleichbleibender Sparrate sorgt der so genannte Cost-Average-Effekt dafür, dass bei niedrigen Kursen mehr Stücke gekauft werden als bei hohen Kursen.

Bei einem Anlagehorizont von 18 Jahren oder mehr sind die Risiken von Kursschwankungen überschaubar und es lassen sich gute Renditen erzielen. Bei der Auswahl des richtigen Fonds lassen Sie sich am besten von Fachleuten beraten.

Und noch ein letzter Tipp zum Schluss: Setzen Sie sich ein realistisches Ziel. Ich hatte mal einen Kunden, der wollte seinem Sohn gerne zum 18. Geburtstag einen Porsche schenken. Das geht natürlich nicht mit einer monatlichen Sparrate von 25 Euro…

Sparen Sie bereits für die Wünsche Ihrer Kinder/Enkelkinder?