© belamy - Fotolia.com
Sie möchten Informationen zu einem bestimmten Thema? Dann nutzen Sie unsere Suchfunktion:

Das neue Schuljahr hat angefangen. Ein neuer Lebensabschnitt für viele Erstklässler – und auch deren Eltern. Eine der vielen Fragen, die sich dann stellen, ist die nach dem Taschengeld: Wie viel soll es sein? Und wie lernen Kinder am besten, mit Geld umzugehen? Wir haben dazu Tipps für Sie zusammengestellt.

Das Taschengeld hat gleich zwei wichtige Funktionen: Es gibt Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, in einem begrenzten Umfang Dinge nach dem persönlichen Geschmack zu kaufen, ohne zuvor die Eltern fragen zu müssen. Vor allem aber ist es die Basis für die ersten eigenen Erfahrungen mit Geld: Wie viel kostet etwas? Wie viel habe ich zur Verfügung? Wie viel bin ich bereit, für etwas auszugeben? Wie viel will ich lieber für etwas anderes aufheben? Wie teile ich mein Geld ein – und auf was spare ich? Wie weit das eigene Budget für die begehrten Dinge reicht, erfahren die jungen Konsumenten so Woche für Woche, Monat für Monat ganz praktisch.

Laut der von sechs Verlagen durchgeführten Kinder-Medien-Studie 2017 wandert der größte Teil des Taschengelds von Kindern zwischen vier und 13 Jahren in Süßigkeiten und Kaugummi. Es folgen Comics und Zeitschriften, aber auch Eis, Snacks und Getränke stehen hoch im Kurs.

Aber wie viel Taschengeld sollte es denn eigentlich sein? Hier sind viele Eltern unsicher. Grundsätzlich muss es der wirtschaftlichen Situation des Haushalts entsprechen. Wichtig ist natürlich auch, wie alt das Kind ist. Eine brauchbare Orientierung finden Sie in unserer Checkliste.

Tipps rund ums Taschengeld
  1. 1. Empfohlene Beträge für Kindergartenkinder

    Im Alter von 4 bis 6 Jahren entwickelt sich erst allmählich ein Gefühl für Zahlen und Werte. Die Kinder beginnen systematisch zu zählen, aber die Anzahl der Münzen ist für sie meist noch wichtiger als deren Wert. Deshalb geht es in diesem Alter ganz behutsam los mit Beträgen von 50 Cent bis maximal 1,50 Euro pro Woche.

  2. 2. Empfohlene Beträge für Grundschulkinder

    In der Grundschule gehört Rechnen zu den wichtigsten Lerninhalten. Jetzt kann auch mit dem eigenen Geld gerechnet werden. Für Sechs- und Siebenjährige sind Beträge zwischen 1,50 und 2 Euro wöchentlich angemessen, für Acht- und Neunjährige sollten es zwischen 2 und 3 Euro pro Woche sein.

  3. 3. Empfohlene Beträge für ältere Schulkinder und Jugendliche

    Ältere Schulkinder sollten nicht nur rechnen können, sondern auch beginnen, mit ihrem Geld zu planen und hauszuhalten. Deshalb wird das Taschengeld für diese Altersgruppe am besten monatlich ausgezahlt. Für Zehn- bis Dreizehnjährige sollten es zwischen 14 und 22 Euro sein. Für Vierzehn- bis Siebzehnjährige sind Beträge zwischen 25 und 45 Euro angemessen.

  4. 4. Junge Erwachsene ab 18

    Je älter die Kinder werden, umso schwieriger ist es, eine zuverlässige Faustregel zu nennen. Die angemessene Taschengeldhöhe – und ob überhaupt noch Taschengeld gezahlt wird – hängt hier sehr stark von der individuellen Situation ab. Für volljährige Kinder ohne eigenes Einkommen können 70 Euro monatlich als grobe Richtschnur dienen.

  5. 5. Für größere Wünsche ist ein Sparkonto sinnvoll

    Zum Umgang mit Geld gehört es auch, zu erkennen, dass nicht alles gleich „verprasst“ werden muss. Um sich größere Wünsche erfüllen zu können, hilft meist nur Sparen! Das kann mit dem klassischen Sparschwein geschehen, die Eltern können für Kinder aber auch ein Sparkonto eröffnen. Ab dem Grundschulalter kann den Kindern für eigene Ein- und Auszahlungen vom Sparkonto ein bestimmter Rahmen eingeräumt werden. Achten Sie darauf, dass es ein gebührenfreies Sparkonto ist und denken Sie daran, einen Freistellungsauftrag einzurichten.

  6. 6. Grundregeln für Eltern zur Taschengeldzahlung

    Taschengeld sollte stets pünktlich, unaufgefordert und nicht als Belohnung oder Strafe für ein bestimmtes Verhalten des Kindes gezahlt oder gestrichen werden. Der Grundbedarf des Kindes – Nahrung, Kleidung, Schulsachen – wird auf keinen Fall vom Taschengeld bestritten oder das Taschengeld dadurch reduziert.

Hätten Sie’s gewusst?

Dass Eltern den Kindern beim Ausgeben des Taschengelds relativ freie Hand geben können, hängt damit zusammen, dass nach §110 im Bürgerlichen Gesetzbuch (populär als „Taschengeldparagraph“ bezeichnet) auch Minderjährige ab sieben Jahren „eingeschränkt geschäftsfähig“ sind, wie es die Juristen nennen. Abgedeckt ist damit der Barkauf von Waren mit geringem Wert wie Süßigkeiten, Comics oder auch Sammelkarten. Beim Kauf höherwertiger Waren wie z.B. Mobiltelefonen oder Computerkonsolen können Händler aber die Einwilligung der Eltern verlangen, die den Kauf auch untersagen können.

Einen weiteren interessanten Fakt deckt die Kinder-Medien-Studie 2017: Wenn man Taschengeld und Geldgeschenke zusammennimmt, haben Jungen pro Monat im Durchschnitt zwei bis drei Euro mehr zur Verfügung als Mädchen. Hier lohnt sich es also für Eltern, genau hinzuschauen.