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Frühgeburt und Totgeburt waren lange in der öffentlichen Debatte in Deutschland tabu. Nicole Schuster und Melanie Bähr von der TARGOBANK nehmen sich des traurigen Themas an. Ehrenamtlich nähen sie Kleidung für Frühchen und Sternenkinder.

Man nennt sie “Sternenkinder”: Die rund 30.000 Kinder, die jährlich in Deutschland während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder kurze Zeit später versterben. Nur etwa 67 Prozent aller Schwangerschaften enden mit der Geburt eines voll entwickelten Kindes. Kommt ein Kind vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt, spricht man von Frühchen. Dank der modernen medizinischen Versorgung haben Neugeborene mit einem Gewicht ab etwa 500 Gramm heute eine gute Überlebenschance.

Was aber geschieht mit den Allerkleinsten, die noch nicht ausreichend entwickelt sind, um zu überleben? So hart es klingt: bis ins Jahr 2013 hinein galten diese Kinder nicht als Menschen. Erst seit Mai 2013 können Eltern ihre Frühgeborenen unter 500 Gramm Geburtsgewicht beim Standesamt melden. Name und Geburtstag des Kindes werden erfasst und – ganz wichtig – es darf nun beerdigt werden. Denn ganz egal, wie lange die Schwangerschaft gedauert hat, es handelt sich um ein Leben, das einen würdevollen Umgang verdient.

Ehrenamtliche Unterstützung für betroffene Familien

Wenn eine Schwangerschaft weniger als 40 Wochen dauert und ein kleiner Mensch sich viel zu früh auf den Weg ins Leben macht, beginnt die ehrenamtliche Tätigkeit von Melanie Bähr und Nicole Schuster. Sie engagieren sich in Gruppen, die Kleidung für früh- und totgeborene Kinder nähen.

„Die Kliniken sind mit Kleidung für diese Winzlinge nicht ausgestattet. Unsere Gruppe „Nähen für Regenbogenkinder“ fertigt Babykleidung in kleinsten Größen an und stellt sie den Krankenhäusern kostenlos zur Verfügung“, beschreibt Nicole Schuster ihr Engagement. „Dazu gehören zum Beispiel Mützchen, Wickeljacken oder Einschlagtücher für die Allerkleinsten.“

Aus Brautkleidern fertigen die Nähgruppen außerdem Taufaufleger für die verstorbenen Kinder.

Aber nicht nur zu den Krankenhäusern halten die Ehrenamtlerinnen Kontakt. Über die sozialen Netzwerke sind die Gruppen inzwischen bekannt geworden. Betroffene Eltern können sich direkt mit ihnen in Verbindung setzen. Melanie Bähr weiß, dass ihre Gruppe „Sternenzauber und Frühchenwunder“ auch jenseits der Näharbeiten wichtigen Beistand leistet:

„Eltern von Sternenkindern fühlen sich häufig mit ihrem Erlebnis alleingelassen. Allzu oft gilt das Thema noch als Tabu. Bei uns können sie ihre Geschichte erzählen und erfahren praktische und emotionale Unterstützung.“

„Eine Mutter vergisst ihr Kind niemals. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange sie es ausgetragen, oder wie lange sein Leben gedauert hat.“

Deshalb ist es entscheidend, dass auch die Kleinsten nun beerdigt werden können und die Eltern einen Ort zum Trauern haben. Die Ehrenamtlerinnen haben viele liebevolle Ideen für Erinnerungsstücke an die „Sternchen“, die die Eltern sich aussuchen dürfen.

 

Hoffnung für viele frühgeborene Kinder bietet die intensivmedizinische Betreuung. Bei einer Geburt ab der 28. Schwangerschaftswoche liegt die Überlebenschance bei etwa 95 Prozent.

„Damit kein Frühchen ohne passende Kleidung im Inkubator kämpfen muss, nähen wir auch für diese kleinen Menschen“, berichtet Melanie Bähr.

Im Alltag sind Melanie Bähr und Nicole Schuster Mitarbeiterinnen der TARGOBANK. In ihrem Ehrenamt leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Enttabuisierung eines traurigen Themas, das dennoch zum Leben gehört.