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© Flüsterpost e.V.
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Die Familienberatung Flüsterpost e.V. engagiert sich besonders für Kinder krebskranker Eltern. Der von TARGOBANK Mitarbeitern gegründete Verein Wundertaler e.V. unterstützt Flüsterpost e.V. in diesem Jahr mit einer Spende.

Wenn Mama oder Papa an Krebs erkranken, ist das für betroffene Familien eine drastische Situation – nicht nur gesundheitlich. Auch die Frage, wie man mit seinen Kindern darüber spricht, bedeutet eine große Belastung, oft eine Überforderung. Nicht selten macht sich Schweigen, ja eine regelrechte Sprachlosigkeit breit. Und doch müssen Eltern mit einer Krebsdiagnose einen Weg finden, sich ihren Kindern mitzuteilen.

Wie das gelingen kann, wie eine vertrauensvolle Kommunikation in Familien mit einer Krebsdiagnose möglich ist – das steht seit 15 Jahren im Mittelpunkt der Arbeit von Diplom-Sozialpädagogin Anita Zimmermann und ihrem Verein Flüsterpost e.V. in Mainz.

Du bist nicht schuld!

Flüsterpost e.V. Maltherapie

Die neunjährige Emelie malt, um ihre Gedanken zu verarbeiten. Foto: Flüsterpost e.V.

„Viele Eltern haben Angst, ihren Kindern zu schaden, wenn sie ihnen von ihrer Erkrankung erzählen“, erläutert Anita Zimmermann: „Damit wollen sie die Kinder schützen. Doch gerade das Verschweigen kann der Entwicklung der Kinder einen viel größeren Schaden zufügen“. Und es ist auch deshalb keine Lösung, weil Kinder so feine Antennen haben, „die merken sowieso, dass etwas im Busch ist“.

Wer über die Krankheit nicht spricht, muss damit rechnen, dass sich die Kinder über kurz oder lang ihr ganz eigenes Bild von der Situation machen. Erwachsene können sich kaum vorstellen, welche Phantasien sich in den Köpfen ihrer Töchter und Söhne abspielen, erklärt Anita Zimmermann. So kann es vorkommen, dass Kinder in ihrer besonderen Erlebniswelt eine eigene Verantwortung oder gar Schuld für die Erkrankung oder den Tod eines Elternteils hineindeuten. Einige Kinder stellen sich vor, dass sie durch ihr Verhalten womöglich zum Entstehen der Krankheit oder zu deren ungünstigem Verlauf beigetragen hätten. Deshalb ist die Botschaft „Du bist nicht schuld!“ einer der wichtigsten Leitsätze der Flüsterpost, die helfen sollen, den Kindern einen Halt zu geben.

Krebs ist eine Familiendiagnose

Anita Zimmermann und ihr Team von Flüsterpost e.V.

Das Team von Flüsterpost e.V. (hinten v.l.n.r.): Claudia Stofft (Sekretariat), Angela Pammer (Öffentlichkeitsarbeit und Spendenakquise), Eileen Ulrich (Beratung und Gruppenangebote), am Schlagzeug: Anita Zimmermann (Beratung und Leitung)

Dass bei einer Krebserkrankung nicht nur der Patient, sondern auch seine Angehörigen einer angemessenen Ansprache bedürfen, ist im Medizinsystem lange unterbelichtet geblieben. Rückblende: Kurz nach ihrem Examen baut Anita Zimmermann in den neunziger Jahren in einem Krankenhaus in Alzey zwischen Mainz und Kaiserslautern den Sozialdienst auf. Gemeinsam mit dem heutigen Medizinprofessor und damaligen Assistenzarzt Dr. Gerhard Trabert entdeckt sie eine klaffende Lücke: Niemand hat eine Idee, wie man Kindern die Situation ihrer an Krebs erkrankten Eltern eigentlich erklärt, ihre natürlichen Fragen beantwortet.

„Information reduziert Angst“, lautet das Credo des jungen Arztes, und so entstehen altersgemäße Materialien, die Kindern anschaulich die Erkrankung, aber auch die Möglichkeiten, den Krebs zu bekämpfen, näherbringen. Dieses Info-Material nutzt auch der Verein Flüsterpost e.V., den Anita Zimmermann 2003 zusammen mit Dr. Gerhard Trabert gegründet hat, um eine Struktur zu schaffen, betroffene Familien beraten zu können und möglichen Entwicklungsstörungen, psychischen und psychosomatischen Erkrankungen von Kindern vorzubeugen. Während Anita Zimmermann das in den ersten fünf Jahren ehrenamtlich als „One-Woman-Show“ tut, beschäftigt die Einrichtung heute vier Mitarbeiterinnen in Teilzeit, darunter Anita Zimmermann als Leiterin und Beraterin.

Hilfe zur Selbsthilfe

Den verunsicherten Eltern kann Flüsterpost vor allem zwei Wege aus der Sprachlosigkeit aufweisen. Der eine zielt darauf, den Eltern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, um sie in die Lage zu versetzen, mit ihren Kindern über die schwierige Situation zu sprechen. Der andere Weg kann darin bestehen, dass die Beraterin mit Einverständnis der Beteiligten ein Familiengespräch oder auch Einzelgespräche führt, wenn sich die Eltern alleine zu unsicher dazu fühlen.

Häufig nehmen Familien Kontakt auf, wenn die Therapie beginnt. Dann begleitet Anita Zimmermann Patient und Familie rund ein Jahr, immer mit einem Fokus auf die Kinder – und auf die Fähigkeit der gesamten Familie, mit der Krise umzugehen.

Ratsuchende Familien können einen Gesprächstermin in der Beratungsstelle in Mainz-Hechtsheim vereinbaren oder sich telefonisch beraten lassen – ein Angebot, von dem bundesweit Gebrauch gemacht wird. Im Umkreis von 60 Kilometern um Mainz sind sogar Hausbesuche möglich. Konkret bedeutet das oft intensive Begegnungen im Krankenhaus – oder in einem Hospiz, denn das Angebot von Flüsterpost umfasst auch Trauerbegleitung.

200.000 Cent von der TARGOBANK

Für die Betroffenen sind alle Beratungsangebote von Flüsterpost e.V. kostenlos. Das ist umso bemerkenswerter, da der Verein keine staatlichen Zuwendungen und Förderungen erhält. So muss der gesamte Finanzbedarf im Wesentlichen durch Spenden finanziert werden. Über die Spende des TARGOBANK Mitarbeitervereins Wundertaler e.V. in Höhe von 2.000 Euro haben sich Anita Zimmermann und ihr Team daher sehr gefreut. Die Summe haben die TARGOBANK Mitarbeiter zusammengetragen, die monatlich den Cent-Betrag ihres Gehalts spenden – und die TARGOBANK hat diesen Betrag noch einmal verdoppelt. Jahr für Jahr spendet Wundertaler e.V. so etwa 40.000 Euro an wohltätige Einrichtungen.