An echten Träumen gibt es nichts zu rütteln. Aber ist das wirklich so? Manchmal wollen Bedürfnis und Traum gar nicht so recht zusammenpassen. Dann macht uns die Erfüllung des Traums gar nicht unbedingt glücklicher. Es ist darum wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, wo unser Traum eigentlich herkommt.

Ist Veränderung immer Verbesserung?

Anhand von ein paar Beispielen kann man sich die Krux vor Augen führen: Nehmen wir an, du möchtest dich beruflich verändern. Du meinst, dass die Firma in der du arbeitest, dich nicht weiterbringt. Du suchst dir eine andere Stelle. Doch dann stellst du fest, dass es gar nicht die Firma war, die dir im Weg stand, sondern der Job an sich. So hast du mit deinem Wechsel gar nichts gewonnen. Oder du fängst neben deinem Job noch ein Studium an, weil du dich selbst verwirklichen möchtest. Tatsächlich steckt aber der Wunsch dahinter, einem anderen Menschen zu imponieren. Wenn du Glück hast, wird das Studium tatsächlich dein Ding, es macht dir Spaß und du ziehst es durch. Wenn du Pech hast, machst du dir unnötig einen Haufen Stress. Vielleicht gibst du aus mangelndem Interesse dein Studium wieder auf und hast noch dazu das Gefühl, versagt zu haben.

Mach dir kein X für ein U vor.

Darum solltest du – auch wenn du noch so Feuer und Flamme bist – überlegen, warum du dich gerade für diesen Traum entschieden hast. Unabhängig davon, ob du ihn jetzt gleich umsetzen möchtest oder erst später. Ein echter Traum kann auf einem Bedürfnis beruhen, das du dir anderweitig erfüllen kannst oder vielleicht sogar solltest. Der Wunsch auszuwandern rührt unter Umständen gar nicht nur daher, dass du das gewählte Land so liebst. Es könnte auch eine Flucht aus deinen aktuellen Lebensumständen sein. Deine nagende Unzufriedenheit kannst du dann mit einem Ortswechsel nur kurzfristig besänftigen. Besser wäre es, du setzt da an, wo der Schuh tatsächlich drückt. Auswandern kannst du dann immer noch, wenn es dich juckt.

Folgende drei Fragen solltest du dir stellen:

1. Wie bin ich auf diese Idee gekommen?
Die Antwort darauf wirst du selten spontan geben können. Außer es gibt jemanden, der etwas Ähnliches selbst schon erreicht hat und dich das beeindruckt hat. Es ist aber gut möglich, dass du erst einmal gar nicht darauf kommst, was eigentlich die Initialzündung war. Und wenn du eine Antwort auf diese Frage hast, dann weißt du auch erst den Anlass, nicht aber die Ursache für die Entstehung deines Traums.

2. Warum möchte ich das?
Mit dieser Frage kommst du der Ursache schon näher. Aber auch nur scheinbar. Denn die Beweggründe, die dir direkt einfallen, sind vielleicht nur die Begründung, die du dir zurechtgelegt hast. Für andere, aber auch für dich selbst. Argumente, die einfach jedem einleuchten müssen, so dass keiner mehr nachhakt. Wirklich interessant ist deine Antwort auf Frage Nr. 3.

3. Was erhoffe ich mir davon?
Hier solltest du darauf achten, dass du deine Antworten von Frage Nr. 2 nicht einfach so umformulierst, dass sie auch auf diese Frage passen. Denn mit Frage Nr. 3 gehst du deinen wahren Bedürfnissen auf den Grund. Wenn du ehrlich zu dir selbst bist, könntest du bei deinen Antworten eine Überraschung erleben. Nämlich dass du dir über das Warum gar keine Gedanken gemacht hast. Und dass dein echter Traum dieses Bedürfnis gar nicht dauerhaft befriedigen, sondern nur vorübergehend ruhig stellen kann.

Nicht aus dem Konzept bringen lassen.

Wir möchten dir mit diesem Frage-Antwort-Spiel ganz sicher keinen Traum ausreden. Es ist nur wichtig zu wissen, warum du etwas so unbedingt möchtest. Damit nicht ein wichtiges Bedürfnis auf der Strecke bleibt.