Gott oder König

Zu den ersten uns bekannten Helden gehört Gilgamesch, vielleicht ein früher König von Uruk. Der Haken an ihm ist, dass man gar nicht so genau weiß, ob er eine reale Person war. Gott oder literarische Figur kommen nämlich ebenso in Frage. Wenn es ihn tatsächlich gab, dann lebte er wohl Anfang des 3. Jahrtausends vor Christus. Sicher ist aber, dass ihm ein ganzes Epos gewidmet wurde, das erste große Epos der Weltliteratur. Und das soll einem erst mal jemand nachmachen …

Heldenfaktor 1: Wir möchten einzigartig sein.

Der Eine oder der Andere

Wenn sich zwei streiten, freut sich nicht immer der Dritte. Denn manchmal wird die Angelegenheit einfach durch ein Adler-Orakel entschieden. Das passiert zugegebener Weise nicht oft, aber im Fall der Zwillinge Romulus und Remus war es so. Und nachdem die italienische Hauptstadt Rom und nicht Rem heißt, wissen wir, wer gewonnen hat. Denn es ging um die Erlaubnis zur Gründung einer Stadt am Fuße des Hügels Palatin 753 vor Christus. Dass diese „ewige Stadt“ gebaut wurde, steht außer Zweifel, der Rest entstammt allerdings der Mythologie.

Heldenfaktor 2: Wir möchten etwas für die Ewigkeit schaffen.

-fried oder -urd

Sagenhaft geht es mit unserem nächsten Helden weiter. Doch zumindest haben ein paar reale Personen für ihn Pate gestanden. Wie zum Beispiel der fränkische König Chlodwig I. (466-511 n. Chr.) Einen Drachen hat dieser Merowinger mit ziemlicher Sicherheit nicht getötet. Diese und weitere übermenschliche Heldentaten gehen vielmehr auf das Konto von Siegfried (oft Sigurd genannt) aus der Nibelungensage, der germanische Superman schlechthin.

Heldenfaktor 3: Wir möchten übermenschliche Kräfte haben.

Heldin oder Heilige

Dass Dumme am Heldentum ist, dass es oft tödlich endet. So ging es zum Beispiel Jeanne d’Arc, auch bekannt als Johanna oder Jungfrau von Orléans, die im Hundertjährigen Krieg dem Dauphin zu einem Sieg über die Engländer und Burgunder verhalf. Im zarten Alter von 19 Jahren wurde sie 1431 wegen verschiedener bizarrer Anschuldigungen auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Immerhin wurde sie dafür später zur Märtyrerin erklärt und heiliggesprochen. Was ihr persönlich posthum natürlich nichts mehr bringt.

Heldenfaktor 4: Wir möchten selbstlos erscheinen.

Gut oder schlecht

Jeder hat sein Konterfei schon einmal gesehen. Man findet es auf T-Shirts, Plakaten, Buttons, als Graffiti und so ziemlich auf allem, was sich bedrucken oder bemalen lässt. Selbst wenn er sicher Dreck am Stecken hat, kann man guten Gewissens behaupten, dass er eine Kultfigur ist. Eines seiner bekanntesten Zitate war: „Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche.“ Das Ganze natürlich auf Spanisch, denn die Rede ist von dem berühmten kubanischen Revolutionsführer Che Guevara (1928–1967), der auf Kuba noch heute geliebt und verehrt wird.

Heldenfaktor 5: Wir möchten bewundert werden.

Reden oder schweigen

Wenn jemand etwas Herausragendes tut, wird er immer auch Kritik ernten. Denn ganz kritiklos heldenhaft ist wohl nur, wenn man einem Menschen das Leben rettet, ohne dass ein anderer dabei zu Schaden kommt. Wenn jemand mit guten Absichten Geheimnisse ausplaudert, wird er für die einen ein Held und für die anderen ein Verräter sein. Für den Whistleblower Edward Snowden (*1983) ist es auf jeden Fall in seiner Heimat USA so ungemütlich geworden, dass er seit ein paar Jahren inkognito bei der „Konkurrenz“ lebt.

Heldenfaktor 6: Wir möchten das Richtige tun.

Ja oder nein

Wenn wir resümieren, dann zeigt sich, dass große Helden oft fiktiv sind oder ein böses Ende finden. Nicht selten sogar beides. Darum sollten wir lieber „im Kleinen“ heldenhaft sein. Nämlich, indem wir unsere echten Träume verwirklichen. Denn dann sind wir unsere eigenen Helden. Und wenn wir dabei noch den einen oder anderen Heldenfaktor mitnehmen, dann soll uns das nur recht sein …

Deine Echte Träume Redaktion