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Die Karosserie ist auf Hochglanz poliert, der Kilometerstand bemerkenswert niedrig – und es sind tolle Breitreifen aufgezogen. Das könnte Ihr Traumauto sein! Oder lauert hinter der funkelnden Fassade doch eher ein Alptraum? Als Gebrauchtwagen-Käufer erlebt man schnell sein blaues Wunder. Doch wer die wichtigsten Tipps befolgt, kann bösen Überraschungen aus dem Wege gehen.

Checkliste
  1. 1. Besichtigen Sie das Auto immer bei Tageslicht

    Zu den wichtigsten Grundsätzen gehört, das Auto immer bei Tageslicht – am besten auch bei trockenem Wetter – zu besichtigen. So erkennen Sie auffällige Stellen wie Rost und Nachlackierungen wesentlich besser. Zu den häufigsten Mängeln gehören zudem ungleiche Spaltmaße zwischen Karosserieteilen, Türen oder Motorhaube, die auf einen Unfall hinweisen können. Farbunterschiede oder Lackreste auf Fenstergummis und Zierleisten weisen auf übermalte Problemzonen hin.

  2. 2. Werfen Sie auch einen Blick unter den Wagen

    Auch ein Blick unter den Wagen ist in jedem Fall ratsam, da etliche Modelle von unten nach oben rosten. Benutzen Sie dazu eine Fußmatte als Unterlage und scheuen Sie sich nicht, eine Taschenlampe zu Hilfe zu nehmen. Achten Sie auch auf frische Ölflecke unter dem Fahrzeug. Die verheißen mit Sicherheit nichts Gutes.

  3. 3. Nehmen Sie einen fachkundigen Bekannten mit

    Wer von Autos keine Ahnung hat, ist gut beraten, einen fachkundigen Bekannten oder gar seinen Kfz-Werkstattmeister des Vertrauens zur Autobesichtigung mitzunehmen. Ein guter Rat ist in dem Fall günstiger als jeder Fehlkauf.

  4. 4. Machen Sie eine Probefahrt

    Eine Probefahrt ist Pflicht und sollte im Voraus verabredet werden. Sagen Sie dem Verkäufer am besten schon bei der Terminabsprache, dass der Wagen nicht warm gefahren sein soll. Denn nur bei einem Kaltstart können mögliche Startschwierigkeiten entdeckt werden. Legen Sie für die Probefahrt eine Route fest, auf der die wichtigsten Funktionen getestet werden können. Wählen Sie dabei auch eine Etappe mit höherem Tempo auf der Autobahn. Bremsen, Stoßdämpfer oder Öldruck können Sie am besten während oder nach der Probefahrt prüfen. Elektronische Funktionen wie Licht, Scheibenwischer oder Heizung sollten Sie ebenso vor der Fahrt testen wie den Zustand der Reifen.

  5. 5. Verlassen Sie sich nicht nur auf Ihre Augen

    Vielen Verkäufern ist klar, dass dem optischen Eindruck des Wagens die meiste Aufmerksamkeit gilt. Aber manches Problem lässt sich auch durch Hören (Motor, Auspuff, verrostete Karosserieteile), Riechen (undichte Leitungen, mangelhaftes Lüftungssystem) oder Tasten (um den Zustand des Innenraums zu beurteilen) herausfinden.

  6. 6. Schauen Sie in die relevanten Dokumente

    Unverzichtbar ist auf jeden Fall der Einblick in relevante Dokumente wie Rechnungen, Wartungs-Scheckheft und Prüfprotokoll der Hauptuntersuchung. Letzteres kann auf verschiedene Mängel wie Korrosion, also Rostschäden hinweisen. Solche Missstände sollten entweder behoben worden sein oder wenigstens den Kaufpreis mindern. Anhand des Scheckhefts sehen Sie, ob alle Inspektionen und Wartungsarbeiten turnusgemäß durchgeführt wurden. Die Aufzeichnungen sollten möglichst lückenlos sein. Ab einem gewissen Alter des Autos sollte zumindest ein regelmäßiger Ölwechsel nachgewiesen werden können. Mitunter werden Wartungshefte gefälscht und nachträglich angelegt. Ein Indiz dafür könnte sein, dass alle Einträge mit demselben Stift gemacht wurden, obwohl angeblich Jahre zwischen den Untersuchungen liegen.

  7. 7. Prüfen Sie, ob Umbauten vorgenommen wurden

    Für bestimmte Umbauten muss eine Eintragung in der Zulassungsbescheinigung nachgewiesen werden. Andernfalls erlischt die Betriebserlaubnis. Prüfen Sie daher, ob Umbauten am Fahrzeug vorgenommen wurden. Das können beispielsweise schon Breitreifen sein, die vom Hersteller so nicht zugelassen sind.

  8. 8. Leisten Sie sich gegebenenfalls ein Sachverständigen-Gutachten

    Bei teureren Autos kann es sich lohnen, eine Sachverständigen-Organisation wie den TÜV oder die Dekra zu Rate zu ziehen und den Wagen von einem Fachmann überprüfen zu lassen. Das ist zwar nicht kostenlos, kann aber eine sinnvolle Investition sein, um teure Reparaturen nach dem Kauf zu vermeiden.

Vom Händler oder von privat?

Wollen Sie Ihr Fahrzeug bei einem Händler oder von einer Privatperson kaufen? Laut ADAC bietet der Kauf beim Händler etwas mehr Sicherheit, selbst wenn dieser keine Gebrauchtwagengarantie abgibt: Der grundsätzliche Unterschied ist die sogenannte Sachmängelhaftung. Professionelle Händler müssen 12 Monate lang für unentdeckte Mängel am Fahrzeug gerade stehen, bei Privatverkäufen ist diese Art der Haftung im Kaufvertrag meist ausdrücklich ausgeschlossen. Allerdings muss man darauf achten, keinem unseriösen Händler zum Opfer zu fallen. Die Stiftung Warentest gibt dazu diese Tipps. Wer sich gut auskennt, kann den gleichen Wagen über private Anbieter oft günstiger erwerben.

Offene Augen benötigt man übrigens nicht nur beim Kauf eines Gebrauchtwagens, auch wenn man sein eigenes Autos verkaufen möchte, kann man ausgetrickst werden. Diese Tipps sollten Sie beachten.