© industrieblick - Fotolia.com

Für die repräsentative „Autostudie 2018“ hat das Umfrageinstitut Forsa im Auftrag der TARGOBANK wie im Vorjahr 1.000 deutsche Fahrzeughalter befragt. Im Fokus der Untersuchungen standen vor allem Themen wie die Präferenzen beim Kauf eines neuen Autos sowie Meinungen zum Dieselantrieb und zu zukunftsweisenden Antriebsalternativen. Die Umfrage zeigt: Angesichts der andauernden Abgasaffäre schwindet der Deutschen Liebe zum Diesel.

Das Auto ist und bleibt das beliebteste Fortbewegungsmittel der Deutschen. Beim Kauf eines neuen Gefährts spielen die Aspekte Preis und Kraftstoffverbrauch die größte Rolle. Während für die männlichen Befragten beim Autokauf das Aussehen des Autos eine recht hohe Relevanz hat, sind es bei den Frauen vor allem die Umweltverträglichkeit und die Leistung.

Ist die Modellform entschieden, stellt der Kauf eines neuen Autos Autofahrer vor die zentrale Frage: Für welche Antriebsart entscheide ich mich? Für 41 Prozent der Befragten spielen hierbei die Anschaffungskosten des Autos, für 24 Prozent die Kosten der Tankfüllung und nur für 12 Prozent die Umweltverträglichkeit eine zentrale Rolle. Dieselfahrern ist der Kraftstoffpreis überdurchschnittlich wichtig.

Die überwiegende Mehrheit der Befragten würden sich bei einem Neukauf für einen Benziner entscheiden, 15 Prozent für einen Hybriden und nur noch 13 Prozent für einen Diesel. Im Vergleich: 2017 waren noch zwei Drittel der Befragten vom Diesel überzeugt.

Umfrageergebnisse im Überblick
  1. 1. Großes Hybridinteresse, wenn Kosten egal

    Wenn die Deutschen allerdings unabhängig von ihren finanziellen Mitteln entscheiden könnten, würden sich 37 Prozent für ein Auto mit Hybridantrieb (Benzin plus Strom), 20 Prozent für ein reines E-Auto und 19 Prozent für ein Benziner entscheiden. Unter diesen Voraussetzungen bliebe das Dieselauto noch weiter abgeschlagen und käme nur noch für sieben Prozent der Deutschen in Frage.

    Hybrid-Modelle sind zunehmend bei Frauen (42 Prozent) und das E-Auto bei Männern (23 Prozent) beliebt. Ebenfalls interessant: 24 Prozent der aktuellen Benzinfahrer scheinen mit ihrem Kraftstoff zufrieden zu sein, da sie erneut diesen wählen würden.

  2. 2. Noch viele Gründe gegen Elektro- und Hybrid-Autos

    Trotz des offensichtlichen Interesses der Deutschen an Hybrid- oder E-Autos scheint es immer noch Berührungsängste und Hürden bei der Anschaffung zu geben. Insgesamt finden die Befragten, dass das Fehlen eines flächendeckenden Netzes (62 Prozent), die geringe Reichweite (59 Prozent), der hohe Anschaffungspreis (59 Prozent), die lange Ladezeit der Batterie (41 Prozent) und die noch nicht ausgereifte Technik (34 Prozent) gegen ein Elektro- oder Hybrid-Auto sprechen. Hierbei wiegen die Argumente der hohen Kosten und der langen Ladezeit bei den Männern deutlich schwerer als bei den Frauen.

    Generell sind die Bedenken gegen Hybrid-Autos bei Dieselfahrern höher als bei Benzinfahrern. Diese geben außerdem vermehrt an, dass Hybride nicht wirklich umweltfreundlicher seien als andere Kraftstofftypen.

    Der Versuch des Staates, seit 2016 den Kauf von E-Autos mit einer Prämie anzukurbeln, scheint bei den potentiellen Käufern mehrheitlich durchgefallen zu sein: 80 Prozent der Befragten fanden den Anreiz nicht motivierend genug.

  3. 3. Dieselskandal hat Image geschadet

    Bei der generellen Einschätzung des Diesels sagen fast alle Befragten aus, dass das Image des Dieselantriebs durch den Betrugsskandal geschädigt wurde (91 Prozent) und der Skandal auf dem Rücken der Autofahrer ausgetragen wird (89 Prozent). 64 Prozent sind allerdings der Meinung, dass der Dieselantrieb für Vielfahrer weiterhin alternativlos ist. Außerdem finden viele Dieselfahrer ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge übertrieben. Sie glauben zudem daran, dass der Dieselantrieb durch neue Technologien umweltfreundlicher werden kann.

  4. 4. Autonomes Fahren bleibt kontroverses Thema

    Doch nicht nur die Frage nach der Antriebsart der Zukunft beschäftigt die Automobilbranche. Auch neue Technologien wie das autonome Fahren treiben die Hersteller um. Doch hier gibt es bei vielen Deutschen noch Skepsis. Zwar glauben 70 Prozent der Befragten, dass autonomes Fahren eine zukunftsweisende Technologie ist, es aber mindestens noch zwischen sechs und zehn Jahren dauert, bis die Technik im deutschen Straßenverkehr genutzt werden kann. Gerade beim Thema Sicherheit sind sich beide Geschlechter uneinig: Während 61 Prozent der Frauen das autonome Fahren als Risiko wahrnehmen, vermuten 67 Prozent der Männer, dass autonomes Fahren einen Beitrag zur Reduzierung der Unfallzahlen und zur Lösung der Verkehrsprobleme leisten kann. Bestärken wird die Zweifler vermutlich der erste öffentlich diskutierte Unfall eines selbstfahrenden Autos in den USA.

  5. 5. Wichtige Aufgaben für die Bundesregierung

    Angesichts der Umfrageergebnisse ist es nicht verwunderlich, dass viele der Befragten vor allem Wert auf die Themen „Investitionen in die Forschung und Entwicklung von alternativen Antriebstechnologien“ (56 Prozent), „Ausbau des Schienennetzes“ (52 Prozent) und „Ausbau des Straßennetzes und des Netzes von E-Ladestationen“ (51 Prozent) legen und sich hier Impulse von der neuen Bundesregierung erwartet.