So verringern Sie die Ansteckungsgefahr:

  • Trotz Kälte regelmäßig lüften
  • Mehrmals täglich gründlich Hände waschen
  • Erkälteten Menschen nicht die Hand geben
  • In die Armbeuge oder den Ärmel husten/niesen
  • Krankheiten zu Hause auskurieren
Hier sehen Sie ein Portrait von Berthold Iserloh

Berthold Iserloh

Herr Iserloh, warum werden wir in Herbst und Winter eigentlich häufiger krank als im Sommer?

Das hat mehrere Gründe: Zum einen wird die Immunabwehr des Körpers durch die Kälte geschwächt. So können sich Erreger, die bereits im Körper sind, leichter verbreiten und zu Krankheiten führen. Zum anderen führt die niedrigere Außentemperatur dazu, dass wir in Herbst und Winter weniger lüften und uns lieber in gut beheizten Räumen aufhalten. Das wiederum hat zwei Effekte: Durch das seltene Lüften ist die Keimbelastung in den Räumen relativ hoch. Gleichzeitig führt die trockene, warme Luft dazu, dass die Schleimhäute in Mund und Nase austrocknen. So haben Erreger ein leichtes Spiel.

Was kann man tun, um sich zu schützen?

Um die Zahl der Erreger im Raum möglichst klein zu halten, sollte man trotz Kälte regelmäßig mal das Fenster öffnen. Das muss ja nicht lang sein, mehrmals am Tag ein paar Minuten reichen schon aus. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Hygiene, denn meistens führt eine Ansteckung über unsere Hände. Tagtäglich reichen wir anderen Menschen zur Begrüßung die Hand, betätigen Türklinken oder halten uns an Haltegriffen in Straßenbahnen fest – alles Gelegenheiten, bei denen man mit Viren in Berührung kommen kann. Fassen wir uns danach ins Gesicht, übertragen wir die Erreger auf unsere Schleimhäute und damit in unseren Körper. Um das zu vermeiden, sollte man sich mehrmals täglich die Hände waschen, und zwar gründlich mit Wasser und Seife. Falls mal keine Möglichkeit zum Händewaschen besteht, kann man zwischendurch auch ein Desinfektionsmittel anwenden und sich die Hände damit einreiben.

Wenn Viren sich über die Hände verbreiten, was ist dann mit dem alten Rat, sich bei Husten und Niesen die Hand vor den Mund zu halten?

Dieser Rat ist mittlerweile passé. Stattdessen sollte man lieber in die Armbeuge oder den Ärmel husten und dabei vor allem Abstand zu den Mitmenschen halten, um diese nicht anzustecken. Apropos Abstand: Wer ernsthaft krank ist, sollte lieber das Bett hüten statt zum Beispiel ins Büro zu gehen. Das ist nicht nur für den Erkrankten besser, es schützt auch die Mitmenschen vor einer Ansteckung. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, trotz Krankheit mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen, ist es aus meiner Sicht übrigens durchaus legitim, sich nicht per Handschlag zu begrüßen. Wenn man das entsprechend erklärt, nimmt einem das eigentlich niemand übel – ganz im Gegenteil.

Ist es zusätzlich ratsam, sich gegen Grippe impfen zu lassen?

Empfohlen wird eine Grippeschutzimpfung vor allem für chronisch Kranke und ältere Menschen über 60. Die Impfung bietet zwar keinen 100-prozentigen Schutz, trägt aber zumindest dazu bei, dass die Krankheit im Falle einer Infektion schwächer verläuft. Man hat auch festgestellt, dass Schwangere häufig empfindlicher auf das Virus reagieren. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) schwangeren Frauen, sich ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel impfen zu lassen.