Alfredo Garces, Bereichsdirektor Vorsorge & Vermögen der TARGOBANK

Alfredo Garces, Bereichsdirektor Vorsorge & Vermögen der TARGOBANK

Herr Garces, die so genannte „Sandwich-Generation“ der heute 40- bis 60-Jährigen steckt finanziell in der Zwickmühle. Reichen die klassischen Versicherungen und Geldanlagen noch aus, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern?

Die Lücken in den privaten und staatlichen Altersvorsorgesystemen wachsen, und die Renditen werden meist deutlich geringer ausfallen als erhofft. Zudem mindert die wieder anziehende Inflation den realen Wert der Ersparnisse. Gerade die Babyboomer-Generation der 1960er Jahre, die so genannte „Sandwich-Generation“, wird dadurch stark belastet. Sie steht im Spannungsfeld zwischen fallenden Vermögenswerten, Leistungskürzungen, steigenden Abgaben und höheren Kosten. Wer im Alter nicht Gefahr laufen möchte, in die Altersarmut zu rutschen, sollte besser gestern als heute mit einer zu seiner Lebenssituation passenden Absicherung beginnen.

Worauf sollte diese Generation besonders achten?

Die Altersvorsorge sollte möglichst auf drei Säulen gestellt werden – gesetzlich, betrieblich, privat. Wie immer gilt dabei, je früher man entsprechend vorsorgt, desto besser und günstiger wird das Ganze. Die Riester-Rente etwa hat bei der Sandwich-Generation zwar einen eher geringen Effekt, weil die Sparzeit relativ kurz ist, wer kann, sollte aber auch diese Chance nicht ungenutzt lassen. Vor allem für Niedrigverdiener mit mehreren Kindern oder für Menschen mit besonders hohem Einkommen kann sich dieses Modell lohnen. Man sollte aber auch prüfen, welche Möglichkeiten es bei der betrieblichen Altersvorsorge gibt.

Wie können die Eltern der Sandwich-Generation ihre Kinder absichern?

Für die Ausbildung der Kinder eignen sich insbesondere zwei Produkte: Zunächst der Investmentsparplan, bei dem man schon mit geringen monatlichen Beträgen ab 25 Euro Vermögen aufbauen kann. Damit kann man auch in der Niedrigzinsphase über einen längeren Zeitraum gute Renditen erzielen.

Eine Ausbildungsversicherung kann sich ebenfalls lohnen. Sie bietet den Vorteil, dass sie auch dann zum vereinbarten Zeitpunkt die Versicherungssumme auszahlt, wenn beispielsweise ein Elternteil verstirbt. Die Renditechancen sind im Vergleich zu einem Investmentsparplan aber geringer, da hierbei die Absicherung im Vordergrund steht.

Auf der anderen Seite drohen bei der Pflege der Eltern hohe Kosten, die es zu bewältigen gilt. Welche Tipps haben Sie hier?

Hier empfiehlt sich zum Beispiel eine private Pflegeversicherung. Je nach Bedarf gibt es drei Modelle: die Pflegetagegeld-Versicherung, die Pflegekostenversicherung und die Pflege-Rentenversicherung. Egal für welchen Versicherungstypen man sich entscheidet, eine solche Police sollte möglichst in jungen Jahren abgeschlossen werden, denn die Beiträge richten sich unter anderem nach dem Alter des Kunden beim Versicherungsabschluss. Außerdem können die Versicherer Kunden ablehnen, wenn sie bereits Vorerkrankungen haben.

Speziell für ältere Kunden kann eine private Unfallversicherung wie die Unfall Vital der TARGO Versicherung sinnvoll sein. Durch Zusatzleistungen erhöht sich hier im Fall eines Unfalls die Unfallrente bei Einstufung in Pflegegrad 5 auf das Doppelte. Weitere Hilfeleistungen wie etwa die tägliche Körperpflege, die Unterstützung bei Einkauf und Behördengängen oder ein Hausnotruf sind je nach Pflegebedürftigkeit Teil der Leistungen. Die Versicherung können übrigens auch Kinder für ihre Eltern abschließen.

Gibt es darüber hinaus weitere Empfehlungen?

Grundsätzlich gilt: ein kontinuierlicher Vermögensaufbau ist immer sinnvoll. Wertpapiere können dabei helfen, für den Notfall eine Reserve anzulegen oder den Kindern den Start in das eigene Berufsleben zu finanzieren. Auch eine Risikolebensversicherung ist eine Option, um im Todesfall seine Angehörigen finanziell abzusichern. Und auch hier gilt: Je früher mit der Absicherung begonnen wird, desto günstiger wird es.