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Beim TARGOBANK Run starten auch dieses Jahr wieder 6.000 Firmenläufer für ihr Team. Zwei von ihnen gehören Deutschlands absoluter Laufelite an: Marc-André Ocklenburg, der fünffache Sieger aus den Vorjahren – und Hendrik Pfeiffer, der 2016 die Olympianorm im Marathonlauf knackte. Im ersten Interview stellen wir Titelverteidiger Marc André Ocklenburg vor.

Marc André Ocklenburg, 32, ist Entwicklungsingenieur bei Siemens in Krefeld und geht zum siebten Mal für die „Siemens Turbos“ in Duisburg an den Start. Der Familienvater ist der Seriensieger des TARGOBANK Run: Fünfmal – 2011, 2012, 2013, 2014 und 2016 – hat er das Rennen bereits gewonnen.

Woran denken Sie beim TARGOBANK Run ganz spontan?

Ein tolles Event, das bei uns mit den Kollegen zusammen immer ganz groß aufgezogen wird. Für die „Siemens Turbos“ starten so um die 500 Teilnehmer von verschiedenen Standorten – und ich bin jedes Jahr sehr gerne dabei!

Was macht für Sie die besondere Atmosphäre des TARGOBANK Run aus?

Da ist zum einen der Team-Charakter, weil man ja gemeinsam mit der Firma an den Start geht: Man merkt, dass die Teilnehmer als Mannschaft dorthin fahren und hier als Gruppe antreten. Zum anderen ist da der sportliche Charakter: Viele, die noch nie so eine Strecke gelaufen sind, wurden über die Kollegen motiviert – und sind dann sehr stolz und glücklich, wenn sie’s geschafft haben! Außerdem gibt es diesen sehr familiären und geselligen Charakter, wenn man nach dem Lauf das Feuerwerk und die Musik genießt. Im Gegensatz zu vielen anderen Laufveranstaltungen bleiben die Leute beim TARGOBANK Run gerne noch lange, um den Abend gemeinsam zu verbringen.

Hilft Ihnen die Anfeuerung durch das Publikum?

Ja, auf jeden Fall! Das ist auch eine der großen Besonderheiten des Laufs, weil er mitten durch die Stadt führt. Es gibt immer wieder Stimmungsnester und Musik entlang der Strecke. Auch Start und Ziel ist mit dem Opernplatz klasse gewählt. Der letzte Kilometer geht komplett durch die Innenstadt – und da ist dann der Bär los!

Wie würden Sie Ihre derzeitige Formkurve beschreiben?

Das ist gar nicht so leicht zu sagen, weil ich gerade in einer Regenerationsphase bin. Ab Mitte Juni nehme ich das Training wieder intensiv auf. Aber das Frühjahr war ganz gut, einen Halbmarathon in Venlo bin ich wie geplant in 1:09 gelaufen.

Welche Saisonziele haben Sie 2017?

Große Saisonziele habe ich für dieses Jahr eigentlich nicht. Das liegt auch daran, dass ich letztes Jahr Vater geworden bin. Das ist mit dem Training dann nicht mehr so einfach – und auch irgendwie nicht mehr so wichtig. Ich bereite zum Beispiel keinen Marathon mehr vor, das ist mir einfach zu aufwändig. Lieber nehme ich kleinere Ziele in Angriff, wenn ich merke, ich habe die Möglichkeit, wieder etwas mehr zu trainieren.

Wenn es im Training einmal nicht so läuft – wodurch können Sie sich mental motivieren?

Bei mir ist es ganz wichtig, dass ich mir die Wettkämpfe, die gut gelaufen sind, in Erinnerung rufe – und mir dann wieder neue Ziele setze. Wenn ich nach der Regeneration ins intensive Training einsteige, fühlt sich das sehr schwerfällig an. Dann muss ich mir sagen: Ich habe ein Ziel, wie zum Beispiel den TARGOBANK Run und die Zeit „X“ und versuche, mich genau darauf vorzubereiten. Dann fällt es mir auch wieder leichter, mich mit diesem Ziel und dem Rückblick, was ich bei dem Lauf für positive Erlebnisse hatte, neu zu motivieren.

Was mir auch sehr hilft, ist das Training in der Gruppe. Die zieht einen auch mit, wenn man mal nicht so gut drauf ist. Oder wenn man sich kaum überwinden kann, die Laufschuhe anzuziehen, aber einen Kumpel hat, der sagt: „komm’, wir laufen heute zusammen“, dann fällt mir das sehr leicht.

Haben Sie einen praktischen Trainingstipp, wie man als Laufanfänger Ausdauer oder Schnelligkeit verbessern kann? Worauf sollte man achten?

Das häufigste Problem ist, dass man zu schnell und zu viel trainiert. Gerade wenn man länger nichts gemacht hat, muss man mit Augenmaß an die Sache gehen. Mein Tipp ist, dass man besonders am Anfang zwischen Laufen und Gehen abwechselt: Nachdem man ein paar Minuten läuft, ist eine bewusste Gehpause dran, danach läuft man wieder. Ich mache das auch selbst so: Das hilft, wieder reinzukommen, die Gelenke nicht zu überlasten – und man ist einfach nicht so kaputt. Wenn man sich einem Lauftreff anschließt, gibt es für jede Geschwindigkeit die Möglichkeit, die richtige Gruppe zu finden.

Welche Sportarten begeistern Sie außer dem Laufen – aktiv und als Fan?

Aktiv gehe ich noch Klettern. Ich bin durch meine Frau dazu gekommen, die das sehr intensiv betreibt. Weil es eher um Kraft geht, ist das für mich ein sehr guter Ausgleichssport. Außerdem gehe ich gerne Schwimmen und Radfahren, weil ich ursprünglich vom Triathlon komme.

Als Fan verfolge ich am liebsten Leichtathletik und schaue mir sehr gerne die Meetings an – natürlich mit allen Disziplinen: Stabhochsprung, Weitsprung, Hürdenlauf und so weiter. Am besten ist es, wenn man sich das nicht im Fernsehen, sondern direkt vor Ort anschaut.

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für die weitere Vorbereitung!

Zieleinlauf 2016